06. Dez 2017

Eine Regelung für marode AKE analog der «2 yearoutage» in Frankreich, welche für AKW nach zwei Jahren Stillstand den Entzug der Betriebsbewilligung vorsieht, könnte in der Schweiz auf einfache Art und Weise Abhilfe schaffen. ©Bild: SES

SES: Lob und Tadel im Fall Beznau

(SES) Am St. Nikolaustag fällt just der 1000ste Tag, an dem das AKW Beznau I aufgrund von Sicherheitsproblemen stillsteht. Was würde im goldenen Buch des heiligen St. Nikolaus dazu stehen? Die SES zieht Bilanz.


Unregelmässigkeiten im Reaktordruckbehälter ausser Betrieb. Rund 950 Risse von 5 – 6 Millimeter Grösse wurden bei Ultraschallmessungen in dessen Stahl gefunden. Und: Die wichtigste Komponente im Reaktor kann nicht ausgetauscht werden. Die Betreibergesellschaft Axpo und die Atomaufsichtsbehörde ENSI sind sich seither uneins darüber, ob das AKW noch sicher ist und wieder in Betrieb gehen kann. Am morgigen 6. Dezember 2017 steht das betriebsälteste Schweizer AKW seit genau 1000 Tagen still.

Lob für die Atomaufsicht
In der Causa Beznau I muss der Samichlaus heute das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI loben. In der Vergangenheit oft auch von Seiten der SES als betreiberfreundlich kritisiert, bleibt die Atomaufsichtsbehörde in diesem Fall standhaft und gewichtet die Sicherheit der Bevölkerung erfreulicherweise höher als die ökonomischen Interessen der Betreiberin. Das gibt eine grosse Handvoll Nüsse und Birnen – auch damit das ENSI im nächsten Jahr genügend Kraft aufbringt, um für die Betreiber unbeliebte Entscheide zu fällen!

Tadel für die Betreiberin
Tadeln muss der Samichlaus hingegen die Axpo, die sich weiterhin weigert, den Tatsachen in die Augen zu sehen. Ihr Verhalten ist insofern verständlich, als die Axpo erst vor einigen Jahren rund 700 Mio. CHF in die Nachrüstung des Werks investiert hat und für diese Investitionen wenigstens einen Teil des Geldes wieder einspielen will. Zudem hat der Stillstand der Anlage seither weitere Verluste von über 300 Mio. CHF generiert. Doch es ist für den Samichlaus kein Zeichen von Stärke, wenn überfällige Entscheide «Systemzwängen» untergeordnet werden. Gerade von der grössten Energieversorgerin des Landes, die zu 100% der Bevölkerung gehört, kann erwartet werden, dass sie endlich Verantwortung übernimmt und den überalterten Problemreaktor stilllegt.

Nächstes Jahr besser machen
Ins Gewissen redet der Samichlaus auch der Politik. Der gesetzliche Grundsatz «Weiterbetrieb solange sicher» erweist sich im Umgang mit dem ältesten AKW-Park der Welt zunehmend als ungenügend. Der Gesetzgeber bewirkt damit im Fall Beznau, dass die Verantwortung wie eine heisse Kartoffel weitergereicht wird, und verhindert einen geordneten Ausstieg aus der Atomenergie. Eine Regelung analog der «2 yearoutage» in Frankreich, welche für AKW nach zwei Jahren Stillstand den Entzug der Betriebsbewilligung vorsieht, könnte auf einfache Art und Weise Abhilfe schaffen. Der Samichlaus wünscht sich von der Politik, dass sie im nächsten Jahr die Probleme angeht und nicht weiter negiert.

Text: Schweizerische Energie-Stiftung

0 Kommentare

Kommentar hinzufügen

Partner

  • Agentur Erneuerbare Energien und Energieeffizienz

Job-Plattform

Suchen Sie einen Mitarbeitenden 
oder eine Stelle? 
Bei uns sind Sie richtig!

Hier geht's weiter >>

Aktuelle Jobs

Aus gesundheitlichen Gründen Nachfolge gesucht für Unternehmen im Bereich erneuerbare Energien

Standort: Berner Mittelland Kerntätigkeiten: Produkte Beratungen, Planungen, Installationen sowie Wartungen im Bereich ...

Ist Ihr Unternehmen im Bereich erneuerbare Energien oder Energieeffizienz tätig? Dann senden sie ein e-Mail an info@ee-news.ch mit Name, Adresse, Tätigkeitsfeld und Mail, dann nehmen wir Sie gerne ins Firmenverzeichnis auf.

Newsletter abonnieren

Follow us

In order to provide the best quality for you, our system uses "cookies", which are stored on your device. Cookies are necessary to identify what information (job advertisement, questionnaire, etc) you have already seen. IP address is used for the same purposes as described above.

When creating a profile, applying to the newsletter, job subscriptions and etc, you agree that the data, which you have entered, will be stored and processed in the system in order to provide services, which you have applied for.

We do NOT sell your personal data to any 3rd party services.

You must be 18 or older years old to use our services. If you are underage, you must have a permission to use our services from your parent or guardian. It is necessary in order to store and process your data.

By continuing to use our services, you agree with the these terms. You can withdraw your agreement at any time, by deleting cookies from your device and by sending request for deleting your data to the administrator.

Close