22. Mär 2017

Marianne Kopp, GEAK-Expertin: «Sie können den GEAK zur energetischen Bestandsaufnahme, als Entscheidungshilfe für eine optimale Modernisierungsstrategie oder als Planungsinstrument für einen Neubau nutzen.» ©Bild: T. Rütti

Energieingenieur und Architekt ETH Christoph Bläsi, Stv. Leiter Energiefachstelle des Kantons Solothurns. «Eine Projektberatung hilft, den Erfolg zu steigern und die Kosten zu minimieren.» ©Bild: T. Rütti

Der GEAK-Experte und Architekt HTL Thomas Späti überraschte die Gäste mit zwei Praxisbeispielen. Manche nannten die Übung im Scherz «Strafaufgaben», bei denen einem allerdings keine Noten gegeben wurden. ©Bild: T. Rütti

Unternehmensleiter Beat Curau-Aepli: «Seit dem 1. Januar 2010 verfügt die Schweiz über ein fortschrittliches Gebäudeförderprogramm. Alle Kantone praktisch das Thurgauer Modell übernommen.» ©Bild: T. Rütti

Rund 60 Personen besuchten die Weiterbildungsveranstaltung der Firmen Curau AG und Isofutura GmbH. Abgehalten wurde der für die Besucher kostenlose Anlass im Alten Spital in Solothurn. ©Bild: T. Rütti

Gebäude-Förderprogramme 2017: Vereinfachungen, aber auch grössere Komplexität

(©TR) Anfang 2017 wurden die kantonalen Förderprogramme aus- und umgebaut. Einiges wurde vereinfacht, anderes komplexer. Mit Unterstützung der Energiefachstellen der Kantone Solothurn, Aargau und Bern orientierten die beiden Firmen Curau AG und Isofutura GmbH über die Neuerungen. Kern der Veranstaltung: Infos zum Gebäudeenergieausweis der Kantone GEAK.


Seit dem 1. Januar 2010 verfügt die Schweiz über ein fortschrittliches Gebäudeförderprogramm. «Dabei haben alle Kantone praktisch das Thurgauer Modell übernommen, das seit 2008 sehr erfolgreich funktioniert», erklärte Unternehmensleiter Beat Curau-Aepli anlässlich der von rund 60 Personen besuchten Weiterbildungsveranstaltung der beiden Firmen Curau AG und Isofutura GmbH mit Hauptsitz in Weinfelden und Geschäftsstellen in Zofingen und Biel. Abgehalten wurde der öffentliche und für die Besucher kostenlose Anlass im Alten Spital in Solothurn. Von besonderem Interesse: Die zahlreichen Neuerungen, die auf den 1. Januar 2017 in Kraft gesetzt wurden. Die Fachleute seines Unternehmens würden die Förderprogramme bis ins Detail kennen und gerne beraten, namentlich im Bereich der Dach-, Fassaden- und Kellerdämmungen, erklärte Beat Curau-Aepli. Es würden nämlich namhafte Beiträge gesprochen, sofern die Vorgaben für vorbildliche Dämmwerte erreicht würden. Wörtlich: «Wir liefern Ihnen nebst der Offerte gleich die notwendigen u-Wert-Berechnungen und helfen bei der Eingabe an die kantonale Stelle.»

Kostenlose Dienstleistungen zum Beispiel im Kanton Aargau
Nehmen wir als Beispiel den Kanton Aargau, der eine zentrale Anlauf- und Auskunftsstelle betreibt und Informationen zu Massnahmen, Vorgehensweisen oder Förderungen im Zusammenhang mit Modernisierungen, Um- oder Neubauten sowie Antworten zu Vorschriften, Normen oder Techniken aus dieser Sparte bietet. Diese Dienstleistungen des Kantons, telefonisch oder per E-Mail eingeholt, sind hier tatsächlich kostenlos. Empfohlen wird vom Büro energieberatungAargau, sich die Förderbeiträge jetzt zu sichern. Von der Plattform Gebäudeprogramm ist zu erfahren, dass beispielsweise Beiträge an eine Modernisierung mit wärmegedämmten Gebäudeteilen (Fassade, Dach, Wand, Boden gegen Erdreich) bei Bauvorhaben im Bereich Wohnen, Dienstleistungen und öffentlichen Bauten geboten werden. Das Förderprogramm wird übrigens aus der CO2-Abgabe finanziert, die auf fossile Energieträger erhoben wird; bei Neubauten werden in diesem Rahmen keine Förderbeiträge gewährt. Förderung Dritter: Neben dem Kanton gibt es von Bund, Gemeinden, Energieversorgern und Stiftungen weitere Förderprogramme.

Entscheidungshilfe für eine optimale Modernisierungsstrategie
Der schweizweit einheitliche Gebäudeenergieausweis der Kantonen (GEAK) zeigt einem, wie energieeffizient die Hülle des eigenen Gebäudes ist und wie viel Energie es bei einer Standardnutzung benötigt. «Sie können den GEAK zur energetischen Bestandsaufnahme, als Entscheidungshilfe für eine optimale Modernisierungsstrategie, GEAK Plus genannt, oder als Planungsinstrument für einen Neubau nutzen», erklärte Marianne Kopp, GEAK-Expertin. Als Gebäudeeigentümer erhält man mit dem GEAK eine Beurteilung des Gebäudes in Form einer Energieetikette. Ein GEAK-Experte beurteilt sowohl die energetische Qualität der Gebäudehülle als auch die Gesamtenergieeffizienz. Zudem erhält man allgemeine Empfehlungen für allfällige Modernisierungsmassnahmen.

Wirkung und Wirtschaftlichkeit von drei Modernisierungsvarianten

Neben der Energieetikette bietet der GEAK Plus einen umfassendes Beratungsbericht mit Angaben zur energetischen Wirkung und Wirtschaftlichkeit von maximal drei Modernisierungsvarianten, quasi ein Leitfaden für die Gebäudemodernisierung. Architektin EPFL/ SIA Kopp wörtlich: «Beim GEAK für Neubauten kann der Experte anhand von Planungswerten die zukünftige Energieklasse des geplanten Neubaus bestimmen und somit Zielwerte für die Energieeffizienz festlegen, die als Qualitätssicherung nach Bauabschloss überprüft werden können.» Die meisten Kantone unterstützen die Erstellung eines GEAK mit Fördergeldern. Aktuelle Informationen zur Förderung erhält man von den Energieberatungsstellen des jeweiligen Kantons. Oder vom GEAK-Experten.

Steigerung von Erfolg und Minimierung von Kosten

«Beabsichtigen Sie zu sanieren und wünschen sich eine einfache, neutrale Unterstützung. Von uns erhalten Sie sie bei der Eingabe Ihres Gesuchs im Energieförderprogramm. Unsere akkreditierten Energie-Berater helfen Ihnen bis zu einer Stunde kostenlos» so Christoph Bläsi, Stv. Leiter Energiefachstelle des Kantons Solothurns. «Eine Projektberatung hilft, den Erfolg zu steigern und die Kosten zu minimieren. Aus Erfahrung bei der Prüfung von Gesuchen beziehungsweise Anträgen im Energiebereiche stellen wir immer wieder fest, dass die Eingabemodalitäten oft komplex sind und bereits zu diesem Zeitpunkt ein technisches und organisatorisches Grundwissen vorausgesetzt wird», so der Vertreter der Solothurner Energiefachstelle. Was die Energieförderprogramme von weiteren Städten und Gemeinden sowie Kampagnen von regionalen Energieversorgungsunternehmen anbelangt, empfahl Christoph Bläsi, das Tool Energiefranken anzuklicken.

Frappanten Vorher-Nachher-Unterschiede in puncto Energieeffizienz

Im Gegensatz zu den anderen Referenten präsentierte Thomas Späti nicht weitere Folien und Informationen zu Fragen der Energieberatung. Der GEAK-Experte und Architekt HTL erklärte den Zuhörern auch nicht, was auf den 1. Januar alles einfacher und was komplexer und komplizierter geworden ist aufgrund von Änderungen, neuen Bedingungen und Möglichkeiten. Nein, er überraschte die Gäste mit zwei Praxisbeispielen. Manche nannten die Übung auch eine «Prüfungsarbeit», bei der einem allerdings keine Noten gegeben wurden. Zu zweit oder im Alleingang mussten oder durften die Weiterbildungsteilnehmer errechnen, wie viel Fördergelder bei der Sanierung von Testgebäude 1 im Kanton Solothurn (Einfamilienhaus Jahrgang 1971) und Testgebäude 2 im Kanton Bern (Einfamilienhaus Jahrgang 1963) erwartet werden kann. Geliefert wurden dazu technische Angaben vor sowie technische Angaben nach der Sanierung. Egal, ob alle Teilnehmer die richtigen Resultate errechnet hatten oder nicht, Hauptsache, sie erkannten die frappanten Vorher-Nachher-Unterschiede in puncto Energieeffizienz. Und welche Massnahmen mit enormer Wirkung bei einer umfassenden Energiesanierung überhaupt möglich sind! Auch verblüffend an der Rechenaufgabe: Die erheblichen Unterschiede bei der Förderung zwischen den einzelnen Kantonen. Für Gesprächsstoff beim anschliessenden Kaffee war jedenfalls gesorgt.

Infos der Kantone: Bern, Aargau, Solothurn

©Text: Toni Rütti, Redaktor ee-news.ch

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