07. Jan 2015

Bénédicte Hagger diskutiert die Sanierungsmassnahmen mit Eric Bongard, Archtekt (hinten) und Théo Perrelet, GEAK-Experte. ©Bild : Anita Niederhäusern

Das Büro Lutz architectes hat für den GEAK Plus drei Varianten erarbeitet, die es ermöglichen, im 150-jährigen Holzhaus bis zu 29% Heizöl einzusparen. Alle Varianten verbessern zudem den Wohnkomfort erheblich. ©Bild:Lutz architectes

GEAK Plus: Energieeffizienz auch in historischen Gebäuden

(©AN) Wer in der Schurra in Pierrafortscha am Haus der Familie Hagger vorbeispaziert, der wird verzaubert sein von diesem 150-jährigen Chalet, halb Märchenhaus, halb Schloss. Nach einer sanften Modernisierung im Innern soll nun auch die Fassade aufgefrischt und der Energieverbrauch gesenkt werden. Dazu wurde ein GEAK Plus erstellt.


„Dieses Holzhaus mit seinen lichtdurchfluteten Zimmern war Liebe auf den ersten Blick!“ erklärt Bénédicte Hagger, die uns mit einem breiten herzhaften Lachen empfängt. Sie hat das Haus vor acht Jahren gekauft und im Innern mit viel Liebe und Respekt restauriert und modernisiert. Doch während der Heizsaison zieht es durch viele Ritzen: Die Fenster sind zum Teil noch die ursprünglichen. Auch die Haustüre und die Balkontüren zu den kleinen Balkonen sind undicht. Nur im Wintergarten und in der Küche wurden die Fenster ersetzt. Darum brennt im Winter im Eingang tagsüber immer ein Cheminéefeuer, die Wärme verteilt sich dann über das Treppenhaus bis in die obersten Zimmer. Wärme und Warmwasser liefert ein Heizölkessel. „Nun möchten wir die gestrichene Holzfassade auffrischen und wenn möglich gleichzeitig unseren Heizölverbrauch senken“, erklärt Bénédicte Hagger. Rund 8500 Liter beträgt der jährliche Verbrauch für Wärme und Warmwasser.

Um sich über die erforderlichen Massnahmen klar zu werden, hat Bénédicte Hagger lutz architectes in Givisiez beauftragt: „Damit die Sanierung im Bereich Energieeffizienz auch architektonisch stimmen wird!“ Diese schlugen der 9-köpfigen Familie vor, als Basis für die Sanierung einen GEAK Plus zu erstellen: GEAK Plus steht für den Gebäudeenergieausweis mit Beratungsbericht (siehe Kasten).

Metermass und Fotoapparat zur Hand
Im September inspizieren der Energiefachmann gemeinsam mit Eric Bongard, Architekt bei Lutz, das Haus mit 12 Zimmern, die über sechs halbe Stockwerke verteilt und alle über das in der Hausmitte liegende Treppenhaus zugänglich sind, selbstverständlich über eine wunderschöne knarrende alte Holztreppe. Sie messen, begutachten und machen Fotos. Bénédicte Hagger hat die Heizöl- und Stromrechnungen bereit gelegt. Im Gespräch am Küchentisch erklären die beiden Experten ihr Vorgehen. Weil es keine Pläne gibt, wurde das Haus vorgängig mit einer Drohne ausgemessen.

Dach und Fenster
Zurück in Givisiez gibt Théo Perrelet die Daten in die GEAK-Software ein: Das Haus erreicht für die Gebäudehülle die schlechteste Klasse G. „Aufgrund der Fenster und der Blockhausbauweise ist das logisch“, erklärt Théo Perrelet. Bei der Effizienz der Gesamtenergie reicht es für die Klasse F. In beiden Bereichen ist A die beste Klasse. Das Büro Lutz erstellt nun drei Sanierungsvarianten: In der ersten werden das Dach isoliert und alle Fenster und Balkontüren ersetzt, was jährlich 1000 Liter Heizöl einspart. Bei der zweiten Variante werden zusätzlich noch die Kellerdecke isoliert, die Innenwände des Spielzimmers im Keller und das Mauerwerk beim Eingang mit einem wärmedämmenden Verputz versehen. Damit sinkt der Heizölverbrauch insgesamt um 1800 Liter.

Reduktion um 29 %
Die umfangreichste Variante sieht neben diesen Massnahmen den Ersatz der Eingangstüre, den Einbau einer Pelletheizung und von Kollektoren vor. „Hier würde die Gesamteffizienz in die gute Klasse C steigen und die Gebäudehülle in die Klasse F“, erklärt Theo Perrelet. Aus architektonischen Gründen sehen sie davon ab die Aussenwände zu isolieren: „Dies würde der Charakter des Blockhauses total verändert!“ Der jährliche Pelletbedarf würde rund 12 Tonnen betragen, was einer Reduktion des Energiebedarfs um 29 % entspricht. Nun liegt es an Bénédicte Hagger zu entscheiden: „Wenn wir Geld in die Energieeffizienz investieren, erhalten wir den Wert des Hauses. Und falls unsere Kinder es einmal verkaufen möchten, ist das sicher lohnend!“


Über den GEAK
Der GEAK ist der offizielle Gebäudeenergieausweis der Kantone. Er zeigt zum einen, wie energieeffizient die Gebäudehülle und die Haustechnik sind, und zum anderen, wie viel Energie ein Gebäude bei einer Standardnutzung benötigt. Der GEAK ist im Kanton Freiburg bei Handänderungen und für Neubauten obligatorisch. Der GEAK Plus ist ein ideales Instrument für alle, die ein Gebäude energetisch modernisieren möchten. Er bietet einen Beratungsbericht mit verschiedenen Modernisierungsvarianten. www.geak.ch bietet umfangreiche Informationen sowie eine GEAK-Expertenliste für die ganze Schweiz.


©Text: Anita Niederhäusern, im Auftrag des GEAK

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