Acht Meter hoch, sehr schlank und mit filigranen Flügeln – so präsentiert sich der H-Rotor an der Talstation.

Windkraft für Beschneiungs-Anlagen

Jahresrückblick – Artikel vom 3. Dezember 2010 (AN) Gemäss einer Pressemeldung von heute, gehen die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) dem Potenzial von Kleinwindanlagen auf den Grund. In Zusammenarbeit mit dem EBS und der Sattel-Hochstuckli AG planen sie ein Pilotprojekt mit H-Rotoren. Seit heute steht bei der Talstation die erste Kleinwindanlage.


An der Talstation Sattel-Hochstuckli steht seit dem 3. Dezember 2010 ein H-Rotor – eine Kleinwindanlage, die ökologisch Strom produziert. Die Anlage ist eine Demonstrationsanlage, um interessierten Einheimischen wie auch Touristen die neuartige Technologie vorzustellen. EKZ plant, weitere umweltfreundliche H-Rotoren als Pilotprojekt im Gebiet Sattel-Hochstuckli aufzustellen. Damit soll die Stromversorgung für die Beschneiungsanlagen mit Windenergie bereitgestellt werden.

Sattel-Hochstuckli
Zentral gelegen in der Zentralschweiz ist Sattel (SZ) der Ausgangspunkt zum familienfreundlichen Ausflugsgebiet Sattel-Hochstuckli. Die Drehgondelbahn Stuckli Rondo bringt die Wintersportler und Sommergäste in 8 Minuten ins Gebiet Sattel-Hochstuckli. Im Winter stehen 14 km präparierte Pisten zur Verfügung. Der Winterpanoramarundweg erlaubt eine gemütliche Wanderung rund um den Engelstock. Der Schlittelweg Mostelberg-Sattel ist 3,5 km lang und führt der Gondelbahn entlang zurück ins Tal.

Flügel wie ein H
Acht Meter hoch, sehr schlank und mit filigranen Flügeln – so präsentiert sich der H-Rotor an der Talstation. Es handelt sich um eine besondere Kleinwindanlage: Anstelle von ausladenden Propellern, die um die horizontale Achse drehen, bewegen sich die Flügel des H-Rotors um die vertikale Achse. Das Demonstrationsmodell an der Talstation verfügt über eine Leistung von 3 Kilowatt, grössere H-Rotoren weisen eine Leistung von bis zu 40 Kilowatt auf.

Wind gute Ergänzung zur Sonne
"Wir engagieren uns für den Kraftwerkspark der Zukunft", erklärt Werner Frei, Leiter Produktion erneuerbare Energien der EKZ das neue Engagement. "Wind hat im Vergleich zu Solarenergie den Vorteil von wesentlich besseren Saison- und Tagesgängen. Damit wäre Wind eine ideale Ergänzung zur Sonne." Die EKZ sieht im Betrieb von Kleinwindanlagen mit H-Rotoren ein Potenzial, das sie ausnutzen möchten. Das zeigten auch die Windmessungen, die im Sommer 2010 im Naherholungsgebiet durchgeführt wurden: Das Pilotprojekt Sattel-Hochstuckli ist erfolgversprechend.

Ideal im Naherholungsgebiet
Gemäss der Pressemeldung des EKZ weisen Kleinwindanlagen mit H-Rotoren gegenüber herkömmlichen Windanlagen folgende Vorteile auf: Der Anstellwinkel der Flügel passten sich der Strömungslinie und der Windrichtung an. Durch diese Flexibilität sei es möglich, mit Kleinwindanlagen Wirkungsgrade zu erzielen, die herkömmliche Windanlagen übertreffen würden. Zudem würden die H-förmigen Flügel kaum Schatten werfen, schreibt das EKZ und seien geräuscharm. Da H-Rotoren eine geringe Bauhöhe aufwiesen, fügten sie sich gut ins Landschaftsbild und passten und auch zu den Installationen im Skigebiet. Für Vögel bestünde durch die H-förmigen Flügel keine Gefahr, sie würden die Querbalken sogar manchmal als Sitzgelegenheit nutzen, so heisst es in der Pressemeldung des EKZ von heute.

Ein Gemeinschaftsprojekt
Diese Vorteile überzeugten die Sattel-Hochstuckli AG davon, beim Pilotprojekt die EKZ mitzumachen. Als dritten Partner konnten die EKZ das EBS, den ortsansässigen Energieversorger, gewinnen. Das EBS übernimmt den Anschluss der Anlage an das lokale Stromnetz. Um genügend Strom für die Beschneiung herzustellen, werden nun geeignete Standorte für H-Rotoren ausgewählt. Insgesamt sollen so pro Jahr rund 180'000 Kilowattstunden Windstrom erzeugt werden. Mit dem ökologisch wertvollen Windstrom will die Sattel-Hochstuckli AG im Winter mit der Beschneiungsanlage ideale Schneeverhältnisse schaffen.

Mehr über das Ausflugsgebiet Sattel-Hochstuckli >>

Text: Anita Niederhäusern, leitende Redaktorin ee-news.ch, Quelle und Foto: Elektrizitätswerke des Kantons Zürich

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