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Swissolar beanstandet die rückwirkende Absenkung der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) Drucken E-Mail
Freitag, den 05. Februar 2010 um 20:11 Uhr

„Swissolar ist nicht grundsätzlich gegen die ausserordentliche Absenkung der KEV für Solarstrom“, erklärt David Stickelberger, Geschäftsführer von Swissolar (siehe auch ee-news vom 5.2.10 >>). „Sie hätte jedoch viel früher kommuniziert werden müssen.“ Ein Gespräch am Rande der nationalen PV-Tagung vom 4. und 5. Februar in Winterthur.

ee-news.ch: David Stickelberger, welches ist die Haltung der Branche gegenüber der Absenkung der KEV um zusätzliche 10%?

Ich möchte zuerst festhalten, dass aufgrund der stark gesunkenen Modulpreise eine zusätzliche Absenkung gerechtfertig ist…

Höre ich da ein "Aber" heraus?
Genau. Swissolar findet, dass der Zeitpunkt nicht optimal ist. Es ist doch sehr unglücklich, wenn eine Absenkung um 10% zusätzlich zu den bereits festgelegten 8% rückwirkend auf den Jahresbeginn angekündigt wird.

Nun steht die Branche aber nicht allzu schlecht da, denn 2008 und 2009 blieb die KEV gleich…
Genau das beanstanden wir: Man hätte bereits 2009 eine Absenkung um 8% vornehmen können und dann Mitte 2009, als bereits klar war, dass die Preise massiv sinken, eine weitere Absenkung auf Anfang 2010 ankündigen können. Ein solches Vorgehen hätten wir bevorzugt. So gibt die rückwirkende Absenkung ein negatives Signal.

Wird sich die Absenkung negativ auf  Branche auswirken?
Da müssen wir differenzieren: Für die Installateure bedeutet sie, dass die eine oder andere Anlage nicht gebaut werden wird. Denn wir befinden uns in einem Stadium, in dem viele mittelgrosse Anlagen positive Bescheide für die KEV erhalten werden. Diese rechnen klar nach wirtschaftlichen Kriterien, und da kann die zusätzliche Absenkung um 10% sicher auch den Ausschlag dafür geben, eine Anlage nicht zu bauen. Bei Kleinanlagen auf Einfamilienhäusern ist die Wirtschaftlichkeit jedoch nur ein zweitrangiges Kriterium.
Auf die produzierende Solarwirtschaft hat die Absenkung kaum Auswirkungen, denn sie arbeitet vor allem exportorientiert.

Wird sich die zusätzliche Reduktion negativ auf die Debatte im Nationalrat auswirken, wenn es darum geht, den Beitrag an den KEV-Fonds von 0.6 auf 0.9 Rappen pro kWh zu erhöhen? (siehe ee-news vom 11.11.09 >>)
Nein, im Gegenteil, ich denke, dass dies den Entscheid positiv beeinflussen wird, denn wir haben damit gezeigt, dass die Solarbranche die vorausgesagten markanten Preisreduktionen auch umsetzen kann. Mit den in der Verordnung neu vorgesehenen 0.04 Rappen pro Kilowattstunde, die neu für die Photovoltaik reserviert wären, könnten wir jährlich rund 40 Megawatt zubauen, das wäre durchaus eine Verbesserung.

Was wünschen Sie sich für die KEV in den nächsten Jahren?
Wir wünschen uns, dass früher kommuniziert wird, wenn es eine zusätzliche Absenkung gibt. Wir wurden zwar vom BFE im letzten Herbst angehört, aber unser Wunsch nach einer Verschiebung der Absenkung wurde nicht aufgenommen. Wir verlangen, dass solche ausserordentlichen Absenkungen zukünftig mindestens ein halbes Jahr im Voraus angekündigt werden. Zudem verlangen wir, dass klare Berechnungsgrundlagen für solche Anpassungen vorgelegt werden. Bis jetzt gibt es einzig die Berechnungen des BFE von 2008, die als Grundlage für die Festlegung der KEV-Tarife dienten. Auch für die jetzt beschlossene Tarifsenkung hätten die Kosten der neu erstellten Anlagen erfasst werden sollen. Eine solche Berechnung wäre viel genauer gewesen und hätte die aktuelle Marktentwicklung besser berücksichtigt.

Interview: Anita Niederhäusern, Redaktion ee-news.ch

 

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