|

Das Netzwerk Wasser im Berggebiet hat am Montag, anlässlich seiner fünften Jahresveranstaltung den Swiss Mountain Water Award verliehen. Der im Jubiläumsjahr mit 80'000 Franken dotierte Preis geht an zwei innovative und wertschöpfende Projekte aus den Kantonen Glarus und Wallis. Beide Preisträger haben zum Ziel, die Wasserkraftnutzung zu optimieren.
Die Wasserkraft leistet in der Schweiz mit fast 60 % einen erheblichen Anteil an die gesamte Stromproduktion. In Zeiten des Klimawandels und drohenden Engpässen in der Stromversorgung steht die erneuerbare Energie der Wasserkraft zunehmend im Fokus des Interesses. Um das noch vorhandene Ausbaupotenzial nachhaltig ausschöpfen zu können, wird es von zentraler Wichtigkeit sein, die beste-henden Kraftwerke zu optimieren und an geeigneten Stellen weitere zu erstellen. Mit dem Swiss Mountain Water Award 2009 wurden zwei Projekte aus dem Wasserkraftsektor ausgezeichnet und mit je 40'000 Franken belohnt, welche genau solche zukunftsorientierte Ideen verwirklichen wollen.
Das Projekt „Elmer hydro“ ging aus einer Zusammenarbeit der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW, des Elektrizitätswerk Elm und der Sportbahnen Elm AG hervor und wurde prämiert als innovatives und einmaliges Projekt zur kombinierten Nutzung eines Bergsees für die Erzeugung von Strom und die Beschneiung von Skipisten. Durch die Optimierung des Wasserverbundnetzes bestehender Anlagen kann das Wasser im Winterbetrieb zur Beschneiung und im Sommerbetrieb mittels eines tiefer liegenden Kleinwasserkraftwerkes zur Stromproduktion genutzt werden. Insgesamt kann neu Strom für rund 300 Haushalte mehr erzeugt werden und die Beschneiung der Skipisten in Elm neu bis auf 1’850 m ü. M. in der Hälfte der heute benötigten Zeit erfolgen.
Das andere Gewinnerprojekt stammt von der in Sion ansässigen Firma HYDRO-Exploitation SA und hat zum Ziel, einen hydromechanischen Rechen für die automatische Reinigung von Wasserfassungen zu entwickeln. Im Zuge heftiger Gewitter oder längerer Hitzeperioden müssen die Rechen, die das Geschiebe an den Wasserfassungen zurückhalten, teils mehrmals täglich gesäubert werden, um Wasserverluste und Druckunterschiede in den Leitungen zu vermeiden. Diese zeit- und kostenaufwändige Arbeit, bei der das Personal zudem einem hohen Unfallrisiko ausgesetzt ist, soll künftig durch eine hydromechanische Installation ersetzt werden. Angetrieben durch die Kraft des Wassers halten bewegliche Lamellen den Rechen konstant von Grobmaterial frei. Gemäss Angaben der Projektinitianten kann längerfristig mit erheblichen finanziellen Einsparungen gerechnet werden.
Der Swiss Mountain Water Award wurde den Preisträgern heute vom Glarner Ständerat und Präsident des Netzwerks Wasser im Berggebiet Pankraz Freitag in Altdorf übergeben. Dort fand die Jahresver-anstaltung des Netzwerks Wasser im Berggebiet zum Thema „Wasser – Erfolgsfaktor im Tourismus“ statt. Mitgewirkt haben unter anderem Bundesrätin Doris Leuthard und der ägyptische Unternehmer Samih Sawiris.
Über das Netzwerk Wasser im Berggebiet Das Netzwerk Wasser im Berggebiet wurde im Jahr 2003 auf Initiative der Regierungskonferenz der Gebirgskantone (RKGK) gegründet. Ziel ist die Erhöhung der Wertschöpfung aus der Ressource Wasser im Berggebiet. Durch Vernetzung von Wissen und Kompetenz, öffentliche Sensibilisierung für Wasserthemen und vor allem durch Förderung innovativer Wasser-Projekte wird auf dieses Ziel hin-gearbeitet.
Quelle: Netzwerk Wasser im Berggebiet |