18. Nov 2015

Die beiden Papierfabriken der Model AG in Weinfelden und Niedergösgen stellen jährlich 375'000 Tonnen Wellkarton her. ©Bild: Model AG/Klimastiftung

Über eine Pneumatikleitung liefern die Meyerhans Mühlen der benachbarten Papierfabrik der Model AG in Weinfelden das neue Stärkeprodukt. ©Bild: Meyerhans/Klimastiftung

Bevor die Stärke in die Papierfabrik kommt, wird sie bei den Meyerhans Mühlen unter anderem mit diesem Gerät, dem Extruder, vorbehandelt. ©Bild: Meyerhans/Klimastiftung

Klimastiftung Schweiz: Unterstützt Innovation in Papierindustrie

(PM) Ein neuer Rohstoff ermöglicht massive Energieeinsparungen bei der Herstellung von Papier und Karton: Die Meyerhans Mühlen haben ein innovatives Verfahren für die Aufbereitung von Stärke für die Papierindustrie entwickelt. Sie arbeiten dabei mit der Verpackungsfirma Model AG zusammen. Die Klimastiftung Schweiz, der Kanton Thurgau und das Bundesamt für Energie unterstützen das Projekt finanziell.


Stärke sorgt dafür, dass Papier stabil und fest wird. Deshalb behandelt die Papierindustrie ihre Produkte mit Stärke, die meistens aus Kartoffeln, Mais oder Weizen gewonnen wird. Die Herstellung und die Aufbereitung von nativer Stärke benötigt viel Wärmeenergie. Die Meyerhans Mühlen mit Hauptsitz in Weinfelden (TG) haben nun eine Methode entwickelt, um ein auf Weizen basierendes Stärkeprodukt mit nur einem Viertel des Energieverbrauchs für die Verwendung in der Papierindustrie vorzubereiten. Bisher musste die Stärke in der Papierfabrik mittels Dampf aufgekocht, auf das Papier aufgetragen und dann getrocknet werden. Im neuen Prozess entfällt der energieintensive Schritt des Kochens, da die Stärke bereits in der Mühle aufgeschlossen wird und dann einfacher verwendet werden kann.

KMU wichtig für Klimaschutz
Für die Umsetzung der Innovation in der Praxis arbeiten die Meyerhans Mühlen mit dem benachbarten Familienunternehmen Model AG in Weinfelden zusammen. Die Verpackungsfirma Model AG stellt in ihren zwei Papierfabriken in Weinfelden und Niedergösgen vor allem Wellkartonpapier her. Dieses wird zu Wellkarton zusammengesetzt, indem glattes und gewelltes Papier übereinandergeschichtet wird. Zusammen stellen die Papierfabriken jährlich rund 375'000 Tonnen Wellkarton her. Dank dem neuen Verfahren der Meyerhans Mühlen wird dabei 3'000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart. Zusätzlich fallen Lastwagentransporte aus dem Ausland weg. Die Klimastiftung Schweiz, der Kanton Thurgau und das Bundesamt für Energie haben sich an der Investition der Meyerhans Mühlen beteiligt. Ursula Finsterwald, Stiftungsrätin der Klimastiftung Schweiz, erklärt: «Das Projekt der Meyerhans Mühlen und der Model AG zeigt, wie wichtig innovative KMU für den Klimaschutz und für die Schweizer Wirtschaft sind.» Die Stiftung vergibt Geld an KMU, die im eigenen Betrieb Energie sparen oder klimafreundliche Produkte entwickeln.

Innovation als Zauberwort im Wettbewerb
Die Einweihung der neuen Produktionsanlage für Papier-Stärke am 12. November war ein Meilenstein für Dominic Meyerhans, den Vorsitzenden der Geschäftsleitung bei den Meyerhans Mühlen. Abgeschlossen sei das Projekt damit aber noch nicht. «Wir müssen im nächsten Jahr Erfahrungen sammeln und den Prozess weiter optimieren», sagt er. Die beiden Familienunternehmen Meyerhans Mühlen und Model AG sind sich einig, dass es sich lohnt, etwas Neues auszuprobieren. Andreas Klumpp, Betriebsleiter der Papierfabrik Thurpapier der Model AG sagt: «Wir müssen uns im internationalen Markt gegen viel grössere Fabriken behaupten. Da ist es wichtig, dass wir innovativ bleiben.»

Text: Klimastiftung Schweiz

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