Genau diese dritte Achse ist bei Bedarf der Dreh- und Angelpunkt des innovativen modularen Mobilitätssystems des Rinspeed-Chefs Frank M. Rinderknecht. Auf die Räder gestellt hat es schliesslich Peter Kägi mit seiner Firma 4erC. Ihren speziellen Charme entwickelt die Idee durch leicht anzudockende einachsige "rollende Rucksäcke". Diese so genannten "Packs" erfüllen ihre zugeordneten Aufgaben je nach momentanem Bedarf. Sie lösen die vieldiskutierte Reichweiten-Problematik von Elektro-Fahrzeugen auf pfiffige Weise. Der Clou: Weder unbenötigter Platz noch überflüssiges Gewicht werden mitgeführt. So entsteht laut Pressemitteilung "Mobilität à la carte".
Jeder elektrifizierte Stadtflitzer
Die Basis des "Dock+Go"-Konzepts könnte jeder elektrifizierte Stadtflitzer sein. Rinderknecht hat zu Demonstrationszwecken einen 2-sitzigen Smart als Basis genommen. Unterschiedliche "Packs" machen aus dem E-Floh zum Beispiel das Traummobil eines jeden Pizza-Kuriers – inklusive eingebauter Warmhalte-Box. Oder lassen den Wintersportler bequem seine Utensilien verstauen. Am Genfer Automobilsalon vom 8. bis 18. März 2012 zeigt die Firma Rinspeed AG (Zumikon) zudem ein "Sound-Pack", das der Audio- und Infotainment-Spezialist Harman mit den neuesten Sound-Lösungen ausgestattet hat, um ein akustisches Erlebnis erster Klasse zu garantieren.
Eine ordentlich Reichweite
Das Beste ist eine ordentlich Reichweite, wenn die üblich zur Verfügung stehenden 100 Kilometer zu wenig sind. Ein "Energy-Pack" entweder mit einem Range-Extender oder zusätzlichen Akkus bepackt, oder durch eine Brennstoffzelle befeuert oder mit einen Verbrennungsmotor ausgestattet, sorgt für die entscheidenden Extra-Kilometer zu entfernteren Zielen. „Die angedockte dritte Achse treibt die mitlaufende zweite an und lädt dabei den bordeigenen Akku des Stadtflitzers wieder auf. Geboren ist der erste Variohybrid“, wie Frank M. Rinderknecht seinen Kilometer-Spender nennt. Falls die zusätzlichen Akkus zum Einsatz kommen, dienen diese während ihrer unbenutzten Standzeit auch gleich zur Versorgung des eigenen Hauses und der Stromspeicherung für das öffentliche Energienetz, das damit zum intelligenten "Smart Grid" wird.
Kommunikationsvehikel für neue Technologien
Fazit: Rinspeed‘s Auto-Visionen leben nicht zuletzt von der pfiffigen Umsetzung. Denn zum Credo von Frank M. Rinderknecht gehört, dass der fahrbare Untersatz Emotionen auslösen muss, zumal er als Kommunikationsvehikel für neue Technologien und innovativen Materialien dienen soll. Und zu sehen gibt es am Flitzer eine ganze Menge, das grosse Konzerne und Speziallisten beigesteuert haben, um den sich im Patentierungsprozess befindlichen schweizerischen "Dock+Go" in Szene zu setzen.
Weitere Infos zur Rinspeed AG
©Text: Toni Rütti, Redaktor ee-news.ch



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