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17. Nov 2011

Durch die Abendveranstaltung im Berner Kursaal geführt wurden die eingeladenen Energiefachleute von Walter Steinmann, Direktor Bundesamt für Energie BFE.

Doris Leuthard und ihr Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK wollen hartnäckig nicht locker lassen bei der Umsetzung der energiepolitischen Vorgaben.

IEA-Chefökonom Fatih Birol erntete in Bern im Zusammenhang mit seinen Äusserungen zu den «glänzenden Aussichten für Erdgas» nicht gerade einhellige Zustimmung.

Bern: «World Energy Outlook» – aktuelle Trends des Energieverbrauchs

(©TR) Die energiewirtschaftlichen Studien «World Energy Outlook» der Internationalen Energieagentur IEA basieren auf den aktuellen Trends des globalen Energieverbrauchs und der Energieproduktion. IEA-Chefökonom Fatih Birol erörterte in Bern die neuesten Erkenntnisse, während Bundesrätin Doris Leuthard, Vorsteherin des UVEK, ihre Sicht der Dinge sowie die Position der Schweiz an der bevorstehenden Klimakonferenz in Durban (Südafrika) präsentierte.


Aus aktuellem Anlass gab Doris Leuthard die Position bekannt, die die Schweizer Delegation ab Ende November an der 17. UNO-Klimakonferenz in Durban vertreten wird. Die alles entscheidende Frage wird lauten: Was ist zu tun, damit die grossen Verursacher von Klimagasen rechtlich verbindlich zu einer Verminderung des Treibhausgas-Austosses verpflichten werden können? In Durban muss erneut ein Anlauf genommen werden, endlich jene Massnahmen durchzuboxen, welche die Erderwärmung aufgrund des Klimawandels auf maximal 2 Grad beschränken. Die finanzielle Unterstützung zur Umsetzung der Klimaziele in den Entwicklungsländern könnte in Durban zur Knacknuss werden, gab Doris Leuthard dem Fachpublikum in Bern zu bedenken. Vor allem eines hofft die UVEK-Vorsteherin: Dass trotz der aktuellen Schuldensituation und den Wachstumsaussichten den Worten nun endlich Taten folgen. Und dass die Industriestaaten in die klimatischen Massnahmen künftig merklich mehr investieren als bislang.

Vermehrt auf technologische Entwicklungen setzen

Die Vorsteherin des UVEK bezeichnete die Energieeffizienz – zum Beispiel Verbesserungen mittels Gebäudesanierungen oder Entsprechendes bei Neubauten, nicht zu vergessen, Optimierungen im Verkehrsbereich – als die grosse Herausforderung unserer Zeit, aber auch als die grosse Chance. Energieeffizienz avanciere zum eigentlichen Schlüsselbegriff der Zukunft. «Setzen wir doch vermehrt auf technologische Entwicklungen», regte Doris Leuthard an. Das Potenzial der erneuerbaren Energien sei auch in der Schweiz bislang zu wenig intensiv genutzt worden, bedauerte die Bundesrätin. Sie und ihr Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation blieben hartnäckig und liessen nicht locker bei der Verwirklichung der Vorgaben; sie gab sich grundsätzlich optimistisch, die Ziele zu erreichen.

«Glänzenden Aussichten für Erdgas»
Fatih Birol, Chefökonom der Internationalen Energieagentur IEA, erntete in Bern im Zusammenhang mit seinen Äusserungen zu den «glänzenden Aussichten für Erdgas» nicht gerade einhellige Zustimmung – im Gegenteil, wurden doch Befürchtungen geäussert, diese Entwicklung könnte letztlich auch auf Kosten von erneuerbaren Energien wie Sonne, Wasser oder Wind gehen. Unbeeindruckt davon sagte Fatih Birol: «Faktoren auf Seiten des Angebots ebenso wie auf Seiten der Nachfrage deuten auf ein goldenes Zeitalter für Erdgas hin.» Erdgas sei immerhin der emissionsärmste fossile Energieträger. Eine Zunahme beim Erdgas allein reiche indessen noch lange nicht aus, um das Blatt bei der Entwicklung der CO2-Emissionen nachhaltig zu wenden. Dass der Anteil der erneuerbaren Energien (ohne Wasserkraft) an der Stromerzeugung zwischen 2009 und 2035 von 3 Prozent auf 15 Prozent steigen dürfte, liegt für Fatih Birol nicht zuletzt an den Subventionen, die laufend enorm erhöht würden.

Globale Energieeffizienz
liegt im Argen
Für Fatih Birol werden weltweit zwar durchaus Schritte in die richtige Richtung getan, aber gleichzeitig verringerten sich die Chancen zur effektiven Realisierung des 2-Grad-Erwärmungs-Ziels. Er habe jedenfalls bei seinen Beobachtungen wenig Anzeichen ausmachen können, die auf einen bereits eingeleiteten Kurswechsel bei den weltweiten Energietrends hinweisen würden. Obwohl in vielen Ländern der Steigerung der Energieeffizienz Vorrang eingeräumt werde, habe sich die globale Energieeffizienz im zweiten nacheinander folgenden Jahr verschlechtert. Dies sowie weitere Tendenzen verheissen laut Fatih Birol «nichts Gutes für die vereinbarten Klimaschutzziele». Die generellen Sorgen über den Zustand der Staatsfinanzen lenke die Aufmerksamkeit der Regierungen von der Energiepolitik ab und begrenze deren politischen Handlungsmöglichkeiten. «Die Ereignisse in Fukushima haben Fragen in Bezug auf die künftige Rolle der Kernenergie aufgeworfen, auch wenn sich die Politik in Ländern wie China, Indien, Russland und Korea – sie treiben den Ausbau immer noch voran – dadurch nicht geändert hat.» Die Welt brauche Energie aus Russland, während Russland seinen Energieverbrauch noch senken müsse, so eine Schlussfolgerung des IEA-Chefökonomen.

©Text und Bilder: Toni Rütti, Redaktor ee-news.ch

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