12. Okt 2017

Die Sieger der Innovation Challenge 2017 (E²T, Leeds Beckett University, Cimne) nach der Preisverleihung. ©Bild: Verbund

Verbund: Prämiert Gewinner der Innovation Challenge 2017

(PM) Mit der Innovation Challenge 2017 suchte Verbund während des Sommers nach innovativen Lösungen zu drei unterschiedlichen energiewirtschaftlichen Aufgabenstellungen. 26 Kandidaten aus 12 verschiedenen Ländern reichten ihre Bewerbungen ein. Daraus ermittelte die Jury nach einheitlichen Kriterien die drei Sieger.


Im Rahmen der Verbund-Energiekonferenz wurden die drei Gewinner aus Spanien, England und Österreich mit einem Preisgeld von jeweils 8000 Euro prämiert und konnten sich und ihre Lösungen dem energiewirtschaftlichen Publikum der Energy 2050-Konferenz präsentieren.

Verknüpfung dank neuronaler Netze
Die Talsperren oder Staumauern von Verbund gehören zu den bestüberwachten Bauwerken in Österreich. Hochsensible Messeinrichtungen machen jede noch so kleine Veränderung erkennbar und übertragen die Messwerte in Echtzeit. Zusätzlich gibt es regelmässige Kontrollgänge durch geschultes Personal, das Sichtprüfungen vornimmt, weitere Messungen durchführt und Messwerte protokolliert und auswertet. Bei Challenge Nummer 1 ging es in Ergänzung dazu um die Frage, ob neuronale Netze diese Vielzahl an Daten so verknüpfen können, dass daraus das Verhalten von Talsperren bei Speicherkraftwerken analysiert und prognostiziert werden kann.

Das spanische Forschungs-Zentrum Cimne (International Center for Numerical Methods in Engineering, Barcelona) konnte mit seinen numerischen Forschungsmethoden für neuronale Netze überzeugen. „Leistungsfähige Talsperren-Überwachungssysteme liefern eine Vielzahl an zuverlässigen technischen Daten. Während herkömmliche statistische Methoden diese Daten analysieren, haben lernende neuronale Netze darüber hinaus die Fähigkeit, das Datenmaterial zu interpretieren und zukünftiges Dammverhalten zu prognostizieren“, so Fernando Salazar von Cimne. „Das ultimative Ziel in der Praxis ist, mögliche Anomalien so frühzeitig zu erkennen, dass Fehler gar nicht erst auftreten können.“ Diese Erhöhung der vorhandenen Daten, die alle leistungsfähigen Werkzeuge für ihre Analyse anwenden, die Vorteile gegenüber herkömmlichen statistischen Methoden bieten, bieten mehr Genauigkeit, Flexibilität oder die Fähigkeit, das Dammverhalten vorherzusagen. Das Ziel in der Praxis ist, dass Fehler auftreten, für die Anomalien frühzeitig erkannt wurden.

Vertonung (Sonifikation) grosser Datenmengen
Die zweite Challenge betraf den Hochspannungs-Netzbereich: Gesucht waren Lösungen zur Vertonung (Sonifikation) grosser Datenmengen, im speziellen Betriebsdaten wie z.B. Belastungsdaten von Stromleitungen, Transformatoren oder anderen Netzelementen. Diese Daten werden zumeist optisch dargestellt. Die Vertonung nutzt eine zusätzliche Sinnes-Dimension und bringt damit je nach Anwendung mehr Sicherheit in der warte des Netzbetreibers bzw. mehr Emotion, beispielsweise bei Schulungen oder Führungen. Das siegreiche Team der englischen Leeds Beckett University arbeitete für diese Aufgabe mit der Echochroma New Music Research Group zusammen, die die Entwicklung kompositioneller Sprache vorantreibt.

„Gemeinsam mit unseren Kollegen von Echochroma haben wir die Energieerzeugungsdaten der APG in Musik umgewandelt und eigene Klänge für jede Art von Energie geschaffen. Zum Beispiel werden erneuerbare Energiequellen wie Wasser- oder Windkraft durch Naturgeräusche dargestellt, während Energie aus fossilen Quellen durch rhythmische und maschinenartige Klänge repräsentiert werden. Dabei beschreibt die Lautstärke die Energiemenge, die durch diesen Energietyp zu jedem Zeitpunkt während des Jahres erzeugt wird“, so Kingsley Ash von der Leeds Becket University. „Sonifikation ist noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Mit unserem System lassen sich Energiedaten auf eine völlig neue Art und Weise erleben und völlig intuitiv erleben.“

Energie-Optimierung für Prosumer
Die dritte Challenge beschäftigt sich mit dem Thema dezentrale Optimierung für Privat- oder Gewerbeverbraucher, die über eigene Produktionsanlagen verfügen. Wie kann der Eigenverbrauch maximiert werden bzw. die unterbrechungsfreien Stromversorgung garantiert werden? Sieger ist das aus Graz stammende Startup Efficient Energy Technology (E2T), das ein Kombi-System für PV-Erzeugung und Stromspeicherung konstruiert und dieses durch eine intelligente Energie-Messtechnologie zu einem intuitiven Plug & Play Kleinstkraftwerk upgradet. „Wir haben eine innovative Messtechnologie entwickelt, welche in der Lage ist, von einer Steckdose aus den Strombedarf einer Phase des Haushalts zu bestimmen. Auf Basis dieser Technologie werden erstmals Stromspeicher für den Haushalt möglich, die einfach an einer gewöhnlichen Steckdose angeschlossen werden können“, so Christoph Grimmer, CEO und Co-Founder E2T. Auf Basis dieser Technologie mit dem Arbeitstitel NetDetection wird 100% Eigenverbrauch des dezentral produzierten Grünstroms in der kleinsten Einheit, dem Haushalt, gewährleistet.

Text: Verbund AG

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