03. Okt 2017

Rund 70 Kilogramm schleppt ein Velo-Pannenhelfer im Anhänger mit. Reifen wechseln, Batterien überbrücken, eine Motordiagnose durchführen, Zündungsprobleme beheben, Türen öffnen – all das ist mit dieser Ausrüstung möglich. Bild: TCS

TCS: Wenn die Pannenhilfe per E-Bike ausrückt

(ee-news.ch) Seit Mai und noch bis Ende September 2017 schickt der Touring Club Schweiz TCS seine Pannenhelfer in Zürich und Genf mit dem E-Bike auf Patrouille, statt mit dem Auto. Dieser Pilotversuch war offenbar erfolgreich: Die Patrouilleure erreichten die Pannenfahrzeuge im Schnitt schneller als mit dem Auto. Der TCS führt darum den Pannendienst per E-Bike im Jahr 2018 definitiv ein.


Wenn die E-Bike-Patrouille des TCS ausrückt, gibt es häufig erstaunte Reaktionen. Die Kunden erwarten einen traditionellen Pannenwagen. Stattdessen steht ein E-Bike mit knallgelbem Anhänger vor ihnen. Und das soll in Zürich und Genf und später womöglich noch in weiteren Städten zum alltäglichen Strassenbild gehören. Dies jedenfalls berichtete Yvonne Hafner von der SRF-Konsumredaktion in der Reportagesendung «Tonreisen» (Radio SRF 4 News). Titel ihres Beitrags: «Unterwegs mit dem Velo-Pannenhelfer - schnell und auffällig».

Definitve Einführung ab Mai 2018
Nach einer Pilotphase, die im Mai gestartet wurde und Ende September abgeschlossen wird, will der TCS die E-Bike Patrouille ab Mai 2018 definitiv einführen. Dies in Ergänzung zur bestehenden Fahrzeugflotte; Autos liegen selbstverständlich in hügeligem Gebiet sowie bei weiteren Entfernungen klar im Vorteil – vor allem dort. Die Begründung des TCS: «Mit den Resultaten aus dem Pilotversuch sind wir sehr zufrieden. Wir wollen schneller beim Kunden sein und die Situation möglichst schnell entschärfen. Diesbezüglich hatten wir sehr gute Kundenrückmeldungen», sagt Sandro Hasenfratz, Leiter des Pilotprojekts beim TCS, gegenüber dem SRF Konsumentenmagazin «Espresso».

Im Stossverkehr schneller beim Kunden

Im Morgenverkehr und nach Feierabend geht in den Strassen der Städte häufig nur noch wenig. Die Pannenfahrzeuge kommen zu den Hauptverkehrszeiten bloss mit rund 13 km/h vorwärts und stehen häufig im Stau. Ein E-Bike schafft indessen 25 km/h und kommt dank Velowegen nicht selten flüssiger voran. Zudem schone die E-Bike-Patrouille die Umwelt, argumentiert der TCS.

Für (fast) jeden Fall gerüstet
Die E-Bike-Patrouillen beheben nicht nur Pannen an Velos, sondern vor allem an Autos, aber auch an Motorrädern. Rund 70 Kilogramm schleppt ein Velo-Pannenhelfer im Anhänger mit. Reifen wechseln, Batterien überbrücken, eine Motordiagnose durchführen, Zündungsprobleme beheben, Türen öffnen – all das ist mit dieser Ausrüstung möglich. Ersatzteile oder neue Batterien hat die E-Bike-Patrouille indessen nicht im Anhänger. Dazu fehlt der Platz. Auch vom Gewicht her wäre es nicht nicht zu verantworten. Dank zweier Akkus kommen die TCS-E-Bike-Pannenhelfer pro Tag rund 80 Kilometer weit. Einsätze in weiteren Distanz oder in steilem oder hügeligem Gebiet sind nicht vorgesehen.

Durchwegs positive Reaktionen
E-Bike-Patrouilleur Stephan Kunz, den «Espresso» beziehungsweise Yvonne Hafner bei einem Einsatz begleitete, erlebt seine Einsätze als sehr positiv. Es vergehe fast kein Tag, an dem er auf der Strasse nicht angesprochen werde, und zwar wohlwollend. Und tatsächlich: Er und sein knallgelber TCS-Veloanhänger fallen auf. Überall wo Stephan Kunz auftaucht, blicken ihm die Passanten mit einem Lächeln nach. Und auch die Kunden, denen der junge Automechaniker an diesem Tag per E-Bike hilft, sind zufrieden. Ein älterer Herr wendet allerdings ein: «Falls ich einen Schaden gehabt hätte, bei dem schlussendlich doch noch der Abschleppwagen hätte kommen müssen – ich weiss ich nicht, wie ich dann reagiert hätte...» So ein Fall ist Stephan Kunz bis jetzt nur einmal passiert. Der Kunde nahms laut SRF-Tonreisen-Reporterin Yvonne Hafner sportlich.

Text: ee-news.ch, Quellen: TCS und Reportagesendung «Tonreisen» auf SRF

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