14. Sep 2017

2016 ist die Gesamtzahl an Versorgungsunterbrechungen im Vergleich zu 2015 mit 177‘751Versorgungsunterbrechungen leicht rückläufig. Dennoch ist ein leichter Anstieg des sogenannten SAIDI zu verzeichnen.

Energiewende: Hat keine Auswirkungen auf Qualität der Stromversorgung

(BNA) Auch im Jahr 2016 blieb die Zuverlässigkeit der Stromversorgung in Deutschland weiterhin hoch. Die durchschnittliche Unterbrechungsdauer je angeschlossenem Letztverbraucher lag im Jahr 2016 bei 12.80 Minuten. "„Die Stromversorgungsqualität in Deutschland ist seit Jahren auf einem konstant hohen Niveau“," erläutert Jochen Homann, Präsident der deutschen Bundesnetzagentur.


„Ursache für den geringen Anstieg ist diesmal ein leicht erhöhter Zuwachs an Versorgungsunterbrechungen in der Mittelspannungsebene. Dagegen hat die Energiewende mit einer zunehmend dezentralen Erzeugung von Strom keine negativen Auswirkungen“, so Homann weiter.

Versorgungsunterbrechungen erfasst
Betreiber von Energieversorgungsnetzen haben der deutschen Bundesnetzagentur jährlich einen Bericht über alle in ihrem Netz aufgetretenen Versorgungsunterbrechungen, die länger als drei Minuten dauern, vorzulegen. Der Bericht enthält Zeitpunkt, Dauer, Ausmass und Ursache der Versorgungsunterbrechungen. Für das Jahr 2016 haben 860 Netzbetreiber 172‘504 Versorgungsunterbrechungen übermittelt.

Leichter Anstieg wegen Rückwirkstörungen
Im Jahr 2016 ist die Gesamtzahl an Versorgungsunterbrechungen im Vergleich zum Vorjahr mit 177‘751Versorgungsunterbrechungen leicht rückläufig. Dennoch ist ein leichter Anstieg des sogenannten SAIDI (System Average Interruption Duration Index) mit 12.80 Minuten zu verzeichnen. Im Vorjahr wurde ein SAIDI von 12.70 Minuten ermittelt.

Die im Jahr 2015 gemeldeten, durch auffällige Wetterereignisse hervorgerufenen, Versorgungsunterbrechungen gingen in 2016 stark zurück. Dafür gab es einen Anstieg der Versorgungsunterbrechungen, die auf Rückwirkungsstörungen zurückzuführen sind. Das bedeutet, diese Versorgungsunterbrechungen wurden aufgrund von Störungen in vor- oder nachgelagerten Netzen, in Anlagen von Letztverbrauchern oder aufgrund von Versorgungsunterbrechungen bei einspeisenden Kraftwerken verursacht.

Langanhaltender Transformatorausfall
Auch die Versorgungsunterbrechungen, deren Ursache im Zuständigkeitsbereich der Netzbetreiber lag, nahmen leicht zu. Darunter fallen Versorgungsunterbrechungen, die z. B. durch Betätigung von Schalteinrichtungen mit mechanischem Versagen, durch Fehlbedienung oder durch Überlastung von Betriebsmitteln verursacht werden. In einem Fall führte beispielsweise ein defektes Kabel in der Mittelspannung zu einem lang anhaltenden Transformatorausfall.

Ausweitung der Veröffentlichungen geplant
Um mehr Transparenz zu schaffen, ist in diesem Jahr eine Veröffentlichung der SAIDI je deutschem Bundesland sowie einer anonymisierten Liste der einzelnen gemeldeten Versorgungsunterbrechungen geplant. Diese Veröffentlichung ist im vierten Quartal 2017 auf den Internetseiten der deutschen Bundesnetzagentur vorgesehen und wird voraussichtlich die Jahre 2008 bis 2016 umfassen.

Übersicht über den SAIDI-Strom seit 2006 >>

Text: Deutsche Bundesnetzagentur (BNetzA)

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