07. Sep 2017

Die afghanische Regierung plant bis 2032 mit einer installierten Photovoltaik-Leistung von 1.5 Gigawatt. Die an der Studie beteiligte AREU geht sogar von einer wirtschaftlich erschliessbaren Leistung von 3 Gigawatt aus.

Afghanistan: Grosses Potenzial für profitablen Solarstrom

(BSW-Solar) Solarstrom wird in der Energieversorgung Afghanistans künftig eine wichtige Rolle spielen. Die Regierung möchte entsprechende Rahmenbedingungen schaffen und ausländischen Investoren, Projektentwicklern und Lieferanten attraktive Geschäfte ermöglichen. Dies sind zentrale Ergebnisse einer vom deutschen Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar), der afghanischen Union für Erneuerbare Energie (AREU) und eclareon erstellten Studie. Finanziert wurde sie von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Auftrag des deutschen Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).


„Die erste Studie über den afghanischen Solarmarkt zeigt, dass das vorhandene Potenzial für Photovoltaik-Anlagen in den nächsten Jahren nach und nach gehoben werden kann. Einschränkungen bei der Sicherheitslage müssen streng beachtet werden, sind aber kein Ausschlusskriterium für Geschäfte in diesem Markt“, sagt Jörg Mayer, Geschäftsführer des BSW-Solar. „Die in der Studie gewonnenen Erkenntnisse erlauben es der afghanischen Regierung, den Energiesektor mit Hilfe internationaler Investoren so zu modernisieren, dass die Photovoltaik grosse Teile der Stromversorgung decken kann. Die politische Bereitschaft, Solarenergie zu entwickeln, ist beeindruckend und ein wichtiger Stabilitätsfaktor für das notleidende Land.“

1.5 bis 3 GW wirtschaftlich erschliessbar
Die afghanische Regierung plant bis 2032 mit einer installierten Photovoltaik-Leistung von 1.5 Gigawatt, die an der Studie beteiligte AREU geht sogar von einer wirtschaftlich erschliessbaren Leistung von 3 Gigawatt aus. Damit diese Ziele erreicht werden können, möchte die Regierung ausländische Investoren unterstützen. Gleichzeitig, so die Studie, müssen lokale Akteure wie Investoren und Banken hinsichtlich der technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten der Photovoltaik fortgebildet werden.

Drei Geschäftsmodelle
Im Detail untersucht die Studie drei Geschäftsmodelle sowie die Bedingungen, unter denen diese wirtschaftlich darstellbar sind: Netzunabhängige Energiedienstleistungen auf Basis Erneuerbarer Energien (RESCO-Modelle, Renewable Energy Service Company), Stromabnahmeverträge (PPA, Power Purchase Agreement) für grosse Solarkraftwerke und Net-Metering-Modelle für Aufdachanlagen.

Die Regierung hat die Ausgestaltung der Fördermechanismen noch nicht abgeschlossen, dennoch lassen sich bereits erste Erfolge begutachten. So wurden kürzlich vier PPA-Verträge mit dem staatlichen Energieversorger (Da Afghanistan Breshna Sherkat, DABS) unterschrieben, unter anderem für ein 10 Megawatt-Projekt in Kandahar mit 15 Jahren Laufzeit, bei dem der Strompreis individuell verhandelt wird.

Die bislang realisierten Photovoltaik-Projekte mit einer Gesamtleistung von 1.8 Megawatt wurden von internationalen Gebern finanziert, die den Fokus ihrer Investitionen oft auf Erneuerbare Energie legen. So sind beispielsweise 60 Prozent des Fonds der Asiatischen Entwicklungsbank für 2016 bis 2018, gut 300 Millionen Dollar, für die Entwicklung nachhaltiger Energiequellen vorgesehen.

Hintergrund

Öffentlich vorgestellt wird die Studie am 26.9.17 bei einem Workshop auf der Intersolar Middle East in Dubai. Weitere Informationen zur Intersolar Middle East: Erste Einblicke in die Studie bietet ein kostenloses Webinar (in englischer Sprache), das am 5.9.17 stattfinden wird. Anmeldung unter http://bsw.li/2wQsww9.

Text: Bundesverband Solarwirtschaft e.V. BSW

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