10. Jul 2017

Die Normenreihe formuliert Anforderungen für den notwendigen Datenaustausch, um ein Elektromobilitäts-Ökosystem aufzubauen. Sie deckt den Kommunikationsfluss zwischen den Akteuren und den Datenfluss ins Stromnetz ab. ©Bild: VDE

VDE|DKE: Neue Normenreihe für standardisiertes Management von Ladesäulen

(VDE) Normungsexperten entwickeln neue Normenreihe, die standardisiertes Management von Ladesäulen ermöglicht und schaffen damit die Voraussetzung für den Aufbau eines Ökosystems "Elektromobilität" in Deutschland. Zudem arbeiten die Experten im VDE an der Netzintegration von Elektromobilität. Denn mit wachsender Durchdringung der Elektromobilität wird die Bedeutung "netzverträglicher Ladevorgänge" immer grösser


Ein Grund, warum der Verkauf von Elektrofahrzeugen schleppend vorangeht ist die fehlende Ladeinfrastruktur. So ist beispielsweise der Informationsaustausch zwischen Ladesäule und Abrechnungssystemen noch nicht standardisiert. Um der Ladeinfrastruktur auf die Sprünge zu helfen, haben die VDE-Normungsexperten in Deutschland den VDE|DKE-Arbeitskreis "Backend Kommunikation für Ladeinfrastruktur" gegründet und die neue Normenreihe IEC 63110, die ein standardisiertes Management von Ladevorgängen zum Ziel hat, initiiert.

Notwendigen Datenaustausch und Kommunikationsfluss
Sie adressiert Anforderungen für den notwendigen Datenaustausch, um ein Elektromobilitäts-Ökosystem zu etablieren und deckt hierbei sowohl den Kommunikationsfluss zwischen den verschiedenen Akteuren als auch den Datenfluss in das elektrische Energieversorgungsnetz ab. "Wir haben dabei immer die Interoperabilität und Flexibilität im Blick, die die IEC 63110 bieten muss, um den zukünftigen Millionen von Ladesäulen eine standardisierte Kommunikation zu bieten und um für noch unbekannte und nicht identifizierte Mehrwertdienste offen zu sein", erklärt VDE-Normungsmanager Dr. Jens Gayko die neue Normenreihe. Auch die IT-Sicherheit und die Anbindung der Elektromobilität an das Smart Grid würden bei der Entwicklung der IEC 63110 berücksichtigt.

Netzverträglicher Ladevorgänge
Parallel zur IEC 63110 arbeiten die Experten im VDE an der Netzintegration von Elektromobilität. Denn mit wachsender Durchdringung der Elektromobilität wird die Bedeutung "netzverträglicher Ladevorgänge" immer grösser. Somit kommt der Ladeinfrastruktur die Rolle eines "Vermittlers" zwischen den lokalen Bedingungen des Verteilnetzes und der global möglichst einheitlichen Beschreibung der Ladeschnittstelle zu. Idealerweise wird die Ladeschnittstelle so beschrieben, dass örtliche (und zeitliche) Gegebenheiten des Verteilnetzes über die Ladeschnittstelle an das Fahrzeug übermittelt werden können. Ziel ist es, eine volkswirtschaftlich sinnvolle Balance zwischen Netzausbau und der 24/7 Verfügbarkeit einer maximalen Ladeleistung an allen Ladepunkten zu finden. Der VDE lädt die hierbei betroffenen Kreise ein, auf Augenhöhe und gemeinsam Mechanismen für nutzerfreundliche und gleichzeitig netzverträgliche Ladevorgänge zu beschreiben.

Die Normenreihe 63110 ist Teil des vom deutschen Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie geförderten Projektes "Datensicherheit und Datenintegrität in der Elektromobilität beim Laden und eichrechtskonformen Abrechnen" (kurz: DELTA) und wurde von VDE|DKE bei der IEC (International Electrotechnical Commission) eingeleitet.

Text: Deutscher VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik

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