19. Mai 2017

An der Konferenz steuerten Forschung und Politik ebenso wie Unternehmensvertreter ihre Erkenntnisse bei. Deutlich wurde: Es ist eine zügige und deutliche Trendumkehr beim Ausstoss von Klimagasen im Strassenverkehr notwendig.

AEE: Die Energiewende auf die Strasse bringen

(AEE) Das Auto bewegt die Menschen in Deutschland. Damit dies künftig in der Breite klimafreundlicher geschieht, benötigen wir einen Wandel bei Antrieben und Brennstoffen ebenso wie im Energiesystem. Das wurde bei der Konferenz „Die Energiewende auf die Strasse bringen“ deutlich, welche die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) am 16. Mai in Berlin veranstaltete.


Neben der AEE waren auch die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW), dier Adam Opel GmbH und der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) Ausrichter der Konferenz. Gemeinsames Ziel der vier Kooperationspartner: Impulse zur Überwindung von Hindernissen auf dem Weg zu nachhaltiger Mobilität setzen. „Nur wenn wir die Energiewende auf die Strasse bringen, hat Deutschland gute Chancen, seine Klimaschutzziele zu erreichen“, erklärte Philipp Vohrer, der Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE).

Jetzt handeln
Der Strassenverkehr spielt beim Erreichen der Klimaziele schon deshalb eine zentrale Rolle, weil er für einen beträchtlichen Teil der Klimagasemissionen verantwortlich ist. Es stellt sich daher die Frage, welche Antriebe und Kraftstoffe zukünftig für die Mobilität geeignet sind. „Um die Energiewende auf die Strasse zu bringen, müssen wir jetzt passende Infrastrukturen aufbauen, die es uns ermöglichen Erneuerbare Energien in den Verkehrsbereich einzubauen. Dazu gehört der Ausbau der Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität mit Batterie genauso wie der weitere Aufbau der Wasserstoffmobilität durch entsprechende Tankstellen für Brennstoffzellenfahrzeuge“, betonte NOW-Geschäftsführer Klaus Bonhoff. „Die Mobilität der Zukunft ist erneuerbar und elektrisch. Deshalb müssen wir heute schon Konzepte für einen regulatorischen Rahmen im Sinne eines integrierten Energiesystems diskutieren“, so Bonhoff.

Fortschritt und Klimaschutz verbinden
An der Konferenz steuerten Forschung und Politik ebenso wie Unternehmensvertreter ihre Erkenntnisse bei. Deutlich wurde: Es ist eine zügige und deutliche Trendumkehr beim Ausstoss von Klimagasen im Strassenverkehr notwendig. Technologischer Fortschritt im Automobilsektor wie das automatisierte Fahren reicht für sich genommen nicht aus, um die notwendige Dekarbonisierung des Sektors zu erreichen. Er kann aber wertvolle Impulse liefern. Peter Christian Küspert, Geschäftsführer Verkauf und Aftersales bei der Opel Group GmbH: „ Um das Bedürfnis der Menschen nach individueller Mobilität zu erfüllen und gleichzeitig den Anforderungen des Umweltschutzes gerecht zu werden, setzt die Automobilindustrie bei Antrieben und Brennstoffen auf möglichst klimafreundliche Alternativen. Die batterie-elektrische Mobilität ist dafür ein zentraler Schwerpunkt. Wir bei Opel zeigen, dass Elektromobilität schon heute massentauglich sein kann.“

Im Zuge der Diskussion um zukünftige Antriebe ist die Frage nach der Klimabilanz der heute genutzten Kraftstoffe zuweilen in den Hintergrund getreten. Für die Treibhausgasvermeidung im Automobilsektor schon heute gut verfügbar sind nachhaltig erzeugte Biokraftstoffe. „Biokraftstoffe sind die bislang einzige in nennenswertem Umfang am Markt vertretene Alternative für klimafreundliche Mobilität auf der Strasse“, unterstrich Elmar Baumann, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). Die in Deutschland in Verkehr gebrachten Biokraftstoffe erreichten eine Treibhausgaseinsparung von über 70 Prozent. „Auch mit dem erwarteten und notwendigen Wachstum der E-Mobilität werden Biokraftstoffe dringend benötigt, so für eine Dekarbonisierung im Schwerlastverkehr“, sagte Baumann.

Schattendasein beenden
Die Nutzung neuer, umweltfreundlicher Technologien führt derzeit im deutschen Transportsektor, gemessen am Verkehrsaufkommen, noch ein Schattendasein. Das gilt auch für die Nutzung Erneuerbarer Energien. Deren Anteil liegt derzeit lediglich bei rund 5 Prozent. „Damit die Energiewende auf der Strasse ankommt, benötigen wir steigende Akzeptanz in der Bevölkerung für die neuen Technologien, eine höhere Effizienz im Verkehrssystem ebenso wie einen verstärkten Ausbau Erneuerbarer Energien“, betonte AEE-Geschäftsführer Vohrer.

Text: Deutsche Agentur für Erneuerbare Energien (AEE)

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