18. Mai 2017

Für die Erreichung der ambitionierten Klimaschutzziele wird laut BVG eine Kombination aller Technologien benötigt, die zur Verfügung stehen. Energieeinsparungen allein könnten es nicht richten.

Geothermiebranche: Kritisiert inkonsequente Klimaschutzpolitik

(PM) Der deutsche Bundesverband Geothermie (BVG) kritisiert die Zaghaftigkeit der deutschen Bundesregierung bei Klimaschutz und Energiewende und fordert eine ambitionierte Förderung der Erdwärmenutzung und anderer Erneuerbarer Energien. Der Ausstieg aus fossilen Heiztechnologien muss schnell eingeläutet werden, sonst könnte das Klimaschutzziel 2050 jetzt bereits beerdigt werden.


Der jüngst veröffentlichte Energieforschungsbericht „Innovation durch Forschung 2016“ zeigt, dass besonders kommunale Wärmeprojekte, die auf Geothermie setzen, bestens geeignet sind, um den Erfolg der Wärmewende zu gewährleisten.

Zu zaghaft
Die deutsche Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, bis 2050 80 bis 95 % der CO2-Emissionen einzusparen. Mit der neuen Förderstrategie des Bundeswirtschaftsministeriums hat sie ein Konzept vorgelegt, wie die Förderung weiterentwickelt werden soll (siehe ee-news.ch vom 15.05.2017 >>). Erwin Knapek, Präsident des Bundesverbandes Geothermie e.V., kritisiert sie als zu zaghaften Schritt. „Die Absicht stimmt, aber das Tempo nicht. Nur durch den zügigen Austausch von fossilen Heizungen durch erneuerbare Heizsysteme erreichen wir die angepeilten Ziele. Jetzt und nicht morgen werden die Weichen für die Erneuerbare Wärmewende gestellt. Umso bedauerlich ist es, dass klimaschädliche, fossile Heizsysteme weiterhin finanziell unterstützt werden und Hybridanlagen auch noch nach 2020 gefördert werden können.“

Knapek geht noch einen Schritt weiter und fordert: „Die Zeit ist knapp. Daher sollte die Bundesregierung sich auch mit einem Verbot des Einbaus von Öl- und Gasheizungen bei Neubauten und Sanierungen beschäftigen – so wie es andere Länder bereits praktizieren. Jede fossile Heizung, die heute eingebaut wird, fehlt den Klimaschutzzielen von morgen.“

Kombination aller Technologien benötigt
Die BMWi-Förderstrategie will zudem die Förderung der Energieeffizienz und der Erneuerbarer Wärmen zukünftig zusammenführen. Diesem Anliegen widerspricht der Bundesverband Geothermie nicht, sehr wohl aber der Richtung, die dabei eingeschlagen wird. „Wenn man sich die Förderstrategie anschaut, wird klar, dass die Bundesregierung die Energieeffizienz quasi als Königsweg an die erste Stelle stellt. Dies ist falsch. Für die Erreichung der ambitionierten Klimaschutzziele benötigen wir eine Kombination aller Technologien, die zur Verfügung stehen. Energieeinsparungen allein können es nicht richten“, sagt der promovierte Physiker Knapek.

Oberflächennahe und Tiefe Geothermie bieten einfache Lösungen für den Umstieg auf saubere Wärmeenergie. Der durch die Förderstrategie skizzierte Ausbau der Wärmeinfrastruktur sowie die Verbesserung der Förder- und Forschungslandschaft bilden diesen Umbruch am Markt ab. Knapek lobt: „Positiv ist, dass Geothermie explizit Eingang in die neue Förderstrategie gefunden hat. Mit dem Förderschwerpunkt Wärmeinfrastruktur macht das BMWi klar: Ohne Geothermie ist die Erneuerbare Wärmewende nicht zu schaffen.“

Text: Bundesverband Geothermie e. V. (BVG)

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