21. Apr 2017

Konzept für La Concorde: Im Winter wird die Geothermie den grössten Teil der Heizbedürfnisse abdecken, im Sommer wird das Warmwasser durch die Kehrrichtverbrennung erzeugt. ©Bild: Kanton Genf; Services industriels de Genève (SIG)

SIG: Setzt beim Fernwärmenetz in Châtelaine auf Geothermie

(PM) Die Services Industriels deGenève (SIG) haben vor kurzem im Quartier «La Concorde» in Châtelaine bei Genf eine 60 Meter tiefe geothermische Bohrung vorgenommen. Sie wird dazu dienen, Wärme aus einem Grundwasserspeicher zu beziehen, der im Rahmen des Programms Geothermie 2020 entdeckt worden ist. Diese Energie wird ein neues Fernwärmenetz versorgen.


Das rund 30 Hektar grosse Quartier «La Concorde» auf dem Gebiet der Gemeinden Genf und Vernier befindet sich im Umbruch. Geplant sind neben einer Schule verschiedene Bauten, die Platz für rund tausend Wohnungen und 250 Arbeitsplätze bieten werden. Den Initianten und den Gemeinden ist es wichtig, bei der Energieversorgung des neuen Quartiers auf möglichst erneuerbare und lokal verfügbare Ressourcen zu setzen. Zu diesem Zweck wurde der Untergrund des Quartiers im Rahmen des Programms Geothermie 2020 detailliert untersucht. Mit Erfolg: Die vier Bohrungen haben in rund 60 Metern Tiefe einen bisher nicht kartierten Grundwasserspeicher zu Tage gebracht, der sich für eine geothermische Nutzung eignet.

Drei Energiequellen für ein Netz
Der Kanton Genf und die SIG haben in der Folge ein Konzept entwickelt, wie sich die Bauten von «La Concorde» mit dieser Ausgangslage beheizen und mit Warmwasser versorgen lassen können. Dazu wurde ein innovatives Fernwärmenetz entworfen, das durch drei sich ergänzende Energiequellen gespeist wird:

  • den mittels Wärmepumpe erschlossenen Grundwasserspeicher (untiefe Geothermie)
  • die in der Kehrichtverbrennungsanlage Cheneviers verbrannten Siedlungsabfälle
  • das Blockheizkraftwerk von Le Lignon (Erdgas).

65 % Prozent Erneuerbare
Die Anteile der verschiedenen Energieträger werden übers Jahr variieren. Im Winter wird die Geothermie den grössten Teil der Heizbedürfnisse abdecken. Im Sommer wiederum wird das Warmwasser ganz durch die Kehrrichtverbrennung erzeugt. Das Erdgas wird je nach Bedürfnis zur Unterstützung eingesetzt. Insgesamt wird die Wärmeversorgung von «La Concorde» zu 65% mit nicht-fossiler Energie gedeckt. Die Wärmepumpe wird jährlich 2.2 Millionen kWh Energie produzieren, was 220’000 Litern Heizöl entspricht. Damit wird der Ausstoss von rund 61 Tonnen CO2 verhindert.

Schrittweise Realisierung
Die SIG haben kürzlich mit den Arbeiten am Fernwärmenetz begonnen. Dieses wird bis Ende 2018 schrittweise auf- und ausgebaut, so dass die neuen und die bestehenden Gebäude angeschlossen werden können.

Text: Geothermie Schweiz, Quelle: Newsletter 2/2017

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