12. Apr 2017

Seit Inbetriebnahme des Nahwärmenetzes Teningen vor 18 Monaten ist der Wärmepreis im Durchschnitt um knapp sechs Prozent gesunken. Der Gemeinde zu Seite steht die Firma Endura kommunal.

Teninger Wärmenetz: Zweiter Bauabschnitt gestartet

(PM) Das Nahwärmenetz im südbadischen Teningen wächst: Derzeit entsteht der zweite Bauabschnitt. In den kommenden Wochen werden im Ortsteil Oberdorf 17 Haushalte und das Freibad an die klimafreundliche Wärmeversorgung angeschlossen. Die neuen und alten Wärmeabnehmer ergänzen sich ideal: Im Sommer gleicht das Schwimmbad den geringen Wärmebedarf der Haushalte aus.


Im Winter, wenn das Freibad geschlossen ist, kommt die Wärme aus Holzhackschnitzel-Heizung und Biogasanlage ausschliesslich den Haushalten und kommunalen Gebäuden zugute. Für die aktive Energiewende vor Ort hat das kommunale Vorzeigeprojekt nördlich von Freiburg am 10. April 2017 eine Auszeichnung des Fachverbandes Biogas erhalten. Betreiber des Wärmenetzes ist die Nahwärmeversorgung Teningen GmbH, die mehrheitlich im Eigentum der Gemeinde ist. Experten von Endura kommunal aus Freiburg haben das Wärmenetz geplant und realisiert. Die Kosten für die Nutzer sind nicht höher als bei Öl- oder Gasheizungen.

Gute Kombination
Seit rund eineinhalb Jahren ist das Nahwärmenetz in Teningen in Betrieb. Nun wird es noch ein wenig grösser. Offizieller Baustart der Erweiterung war am 27. März. Die Kosten für diese Bauphase belaufen sich auf 855‘000 Euro, Zuschüsse gab es in Höhe von 127‘000 Euro. „Künftig werden 197 Haushalte mit 450 Teninger Bürgern, das Schulzentrum, zwei Kindergärten sowie das Freibad an das Wärmenetz angeschlossen sein“, sagt Endura-kommunal-Geschäftsführer Rolf Pfeifer. Die vier Schwimmbecken des Freibads haben ein Fassungsvermögen von über 3000 Kubikmetern; im Sommer ist das Bad ein verlässlicher Abnehmer von Wärme; dann, wenn die Bewohner zuhause wenig Wärme benötigen. Effizienz und Wirtschaftlichkeit des Nahwärmenetzes steigen dadurch. Im Winter bei hohem Wärmeverbrauch kommt das Schwimmbad den Bewohnern nicht in die Quere: Es ist von Oktober bis April geschlossen. Um die Wärmeübertragung in die Becken zu optimieren, werden im Zuge der Bauarbeiten die Wärmepumpen aus dem Jahr 1974 ersetzt.

Dass das Wärmenetz wirtschaftliche Wärmepreise bietet, hat sich bereits in der Vergangenheit gezeigt. Ein Grund: Der Betreiber, ein Zusammenschluss von Kommune und Endura, arbeitet nicht in erster Linie gewinnorientiert. Die Kosten sind infolgedessen vergleichbar oder etwas geringer als die, die bei Erdöl- und Erdgasheizungen entstehen. Für die Nutzer positiv ist auch: Sie müssen sich nicht um Wartung und Reparatur kümmern, auch das Auffüllen des Öltanks ist nicht mehr nötig.

Wärmepreis gesunken
Seit Inbetriebnahme vor 18 Monaten ist der Wärmepreis im Durchschnitt um knapp sechs Prozent gesunken. Zum Vergleich: Der Ölpreis ist in diesem Zeitraum leicht angestiegen. Der Arbeitspreis von Wärme aus dem Netz liegt mit aktuell 5.8 Cent pro Kilowattstunde gleich hoch wie bei konventionellen Hausheizungen; die weiteren Kosten wie der Grundpreis und die Anschlusskosten beim Wärmenetz sind geringer als der Grundpreis und die Investitionskosten, die anfallen, wenn eine Öl- oder Gasheizung gekauft wird. „Insgesamt kommen die Nutzer auf gleich hohe oder sogar etwas geringere Kosten“, schätzt Rolf Pfeifer von Endura. Hinzu kommt die Sicherheit, dass künftige Preissteigerungen sie viel geringer treffen, da der zentrale Einkauf die Brennstoffkosten verringert.

Auch die knapp 12‘000 Einwohner zählende Kommune profitiert von dem Netz voller Wärme. Teningen senkt den Wärmeverbrauch in den kommunalen Gebäuden, erhöht die Versorgungssicherheit im Ort und hält mit der Verwendung von heimischem Holz die Wertschöpfung in der Gemeinde. Hinzu kommen langfristige Kunden für die kommunale Betreibergesellschaft, die der Kommune eine kleine Rendite bringen. Das Klima hat ebenfalls etwas von dem Netz: Allein im Jahr 2016 wurden rund 351‘000 Liter Heizöl eingespart und 1100 Tonnen CO2 weniger ausgestossen – mit dem zweiten Bauabschnitt wird es künftig noch mehr werden.

Experten aus Freiburg halfen
Der Gemeinde zu Seite steht die Firma Endura kommunal. Sie hat sich auf die kommunale Energieversorgung spezialisiert und Erfahrung mit Wärmenetzen. Das Unternehmen übernahm die Erstellung des Quartierskonzepts, die Bürgerkommunikation, die Planung und die Projektentwicklung. Darüber hinaus ist sie mit 24 Prozent an der Nahwärmeversorgung Teningen GmbH beteiligt und hat so grosses Interesse am Erfolg des Projekts. Der erste Bauabschnitt des Nahwärmenetzes wurde im Oktober 2015 in Betrieb genommen. Nach einer Zeitspanne von eineinhalb Jahren ist nun der zweite Bauabschnitt im Bau.

Nahwärmenetz Teningen
Das Wärmenetz nutzt die Abwärme aus einer Biogasanlage mit 250 Kilowatt thermischer Leistung (kWth). Eine zweite Wärmequelle ist eine Holzhackschnitzel-Heizung mit 600 kWth. Reicht das zu Spitzenzeiten im Winter nicht aus, schaltet sich ein Gaskessel mit 300 kWth hinzu. Drei Pufferspeicher mit insgesamt 54 Kubikmeter Fassungsvermögen speichern überschüssige Wärme, bis sie von den Haushalten oder dem Freibad gebraucht wird.

Text: Endura kommunal

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