16. Mär 2017

Laut LEE NRW produzieren alte Windenergieanlagen klimafreundlichen Grünstrom zu Discounterpreisen. Für diese Anlagen fordert der LEE NRW eine Anschlussregelung, wenn sie aus dem EEG fallen. ©Bild: LEE NRW

LEE NRW: Konkurrenzlos günstigem Windstrom droht die Stilllegung

(PM) Die Energiewende könnte sich unnötig um Milliarden verteuern, wenn in Deutschland 2021 die Förderung für Tausende alte Windenergieanlagen wegfällt. Günstiger Windstrom wird durch fehlende Anschlusslösungen und Überkapazitäten bei der Kohleverstromung verhindert. Allein in NRW wären Hunderte Anlagen betroffen.


Der 1. Januar 2021 scheint noch in weiter Ferne, aber für die Energiewende hat das Datum schon heute hohe Brisanz. An diesem Tag fallen Tausende alte Windräder aus der dann ablaufenden 20-jährigen Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Wirksame CO2-Bepreisung fehlt
Diese alten Windmühlen könnten den dringend benötigten Ökostrom zu konkurrenzlos günstigen Kosten produzieren. Die Börsenstrompreise werden aller Voraussicht nach jedoch weiterhin nicht das Niveau erreichen, dass zur Deckung dieser niedrigen Kosten ausreicht. Grund dafür ist eine fehlende wirksame CO2-Bepreisung und Überkapazitäten bei der klimaschädlichen Kohleverstromung. In der Folge bliebe günstiger und sauberer Windstrom im Wert von mehreren Milliarden Euro ungenutzt. Die Windbranche fordert daher eine Anschlussregelung, um diesen volkswirtschaftlichen Schaden zu verhindern.

Grünstrom zu Discounterpreisen
„Alte Windenergieanlagen produzieren klimafreundlichen Grünstrom zu Discounterpreisen. Diese Anlagen sind bereits durch den Stromkunden abbezahlt und stellen einen grossen volkswirtschaftlichen Wert dar, der ohne eine wirkungsvolle Anschlussregelung vernichtet würde. Sofern die Bundesregierung nicht gewillt ist, durch einen fairen CO2-Mindestpreis die Börsenstrompreise auf ein angemessenes Kostenniveau zu heben, braucht es dringend Regelungen, die den Weiterbetrieb dieser Anlagen nach 2021 ermöglich“, sagte Reiner Priggen, Vorsitzender des Landesverbands Erneuerbare Energien NRW e. V. (LEE NRW).

Als mögliche Anschlussregelung schlägt der LEE NRW vor, dass den Altanlagen beispielsweise die Vermarktung des Stroms erleichtert wird – denkbar wäre eine Reduktion der EEG-Umlage. Eine neue direkte Förderung im Sinne des EEG würde so vermieden. Wichtig sei eine zeitnahe Lösung, denn schon heute stünden Betreiber vor wichtigen Fragen und Investitionsentscheidungen im Zusammenhang mit einem möglichen Weiterbetrieb ihrer Windenergieanlagen.

Hintergrund
Laut einem kürzlich veröffentlichten Gutachten der Deutschen Windguard GmbH im Auftrag der Naturstrom AG und der Deutschen Umwelthilfe fallen Ende 2020 deutschlandweit rund 6000 Windenergieanlagen aus dem EEG. Bis zum Jahr 2026 kommen bundesweit durchschnittlich rund 1600 weitere Anlagen pro Jahr in die gleiche Situation. Etwa ein Zehntel dieser Windräder steht in Nordrhein-Westfalen.

Text: Landesverband Erneuerbare Energien NRW e. V. (LEE NRW)

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