18. Mär 2016

Der Component Award wird bereits zum dritten Mal verliehen. Es wurden zehn Lüftungslösungen eingereicht. ©Bild: Passivhaus Institut

Component Award: Vorbildliche Lüftungskonzepte bei Sanierungen

(PM) Die Gewinner des Component Award 2016 für Lüftungslösungen im Wohnbau stehen fest: Der erste Preis geht an ein Konzept des österreichischen Herstellers Pichler. Ein geteilter zweiter Platz wird an das niederländische Unternehmen Vaventis und das italienische Büro Michael Tribus Architecture vergeben. Die von einer unabhängigen Jury ausgewählten Ansätze für die Gebäudesanierung zeichnen sich nicht nur durch hohe Energieeffizienz aus, sondern vor allem auch durch ihre Wirtschaftlichkeit.


Die Verleihung des Awards erfolgt auf der 20. Internationalen Passivhaustagung vom 22. bis 23. April in Darmstadt.

Gesamtkonzept für Komfortlüftung
Eine Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung ist für energieeffizientes Bauen und Sanieren unverzichtbar. In Bestandsgebäuden ist sie spätestens nach dem Austausch der Fenster und der damit verbundenen Verbesserung der Luftdichtheit erforderlich. Wichtig ist dabei ein gut durchdachtes Gesamtkonzept – mit kompaktem Kanalnetz, preislich attraktiven Geräten und flexiblen Lösungen für die Montage. Bei der Bewertung der Einreichungen zum Component Award wurde all dies sorgfältig geprüft, stets mit kritischem Blick auf die Lebenszykluskosten.

Die Lösung der J. Pichler GmbH überzeugte vor allem mit Planungsaspekten: Das gebäudezentrale Gerät ermöglicht einen sehr guten Zugang für Wartungsarbeiten, ausserdem wird die Installation durch vorgefertigte Komponentenlösungen wie einer kombinierten Einheit aus Schalldämpfer, Volumenstromregler und Verteilkasten vereinfacht. Vaventis BV erzielte mit einer sehr schmalen Gerätebreite und einer einfachen Montage vor allem in der Kategorie "Eignung für schrittweise durchgeführte Sanierung" eine gute Bewertung. Bei der Lösung von Tribus Architecture wurde das Kanalnetz sehr kompakt umgesetzt – die Platzierung des Geräts nahe der Aussenwand reduziert die Aussen- und Fortluftleitungen auf ein Minimum.

Vor allem kostengünstige Lösungen gefragt
"Um den wachsenden Sanierungsmarkt mit energetisch hochwertigen Lüftungsanlagen zu versorgen, sind vor allem kostengünstige Lösungen gefragt", sagt Prof. Dr. Wolfgang Feist, Leiter des Passivhaus Instituts. "Und die ausgezeichneten Konzepte zeigen in vorbildlicher Weise, wie es funktioniert." Lüftungsanlagen mit effizienter Wärmerückgewinnung seien als Schlüsseltechnologie aber nicht nur aus energetischer Sicht interessant, betont Feist. "Die gefilterte und vorgewärmte Zuluft erhöht auch den Nutzerkomfort signifikant."

Fachausstellung in Darmstadt
Im Detail wird Kristin Bräunlich, Lüftungsexpertin am Passivhaus Institut, die Gewinner des Component Awards 2016 auf der Internationalen Passivhaustagung in Darmstadt vorstellen. Viele der Hersteller, die mit innovativen Lösungen am Wettbewerb teilgenommen haben, werden ihre Produkte in Darmstadt zudem auf einer Fachausstellung präsentieren, die vom 22. bis 23. April parallel zur Internationalen Passivhaustagung stattfindet. Insgesamt wurden für die bereits dritte Ausgabe des Component Awards zehn Lüftungslösungen eingereicht.

In den beiden ersten Auflagen des Component Awards standen hoch energieeffiziente Passivhaus-Fenster im Fokus. Dabei konnte gezeigt werden, dass mit den Vorreitern der Branche auch hier deutliche Einsparungen möglich sind. Der Wettbewerb ist eingebettet in das von der EU geförderte Projekt EuroPHit. Im Rahmen dieses Projekts werden auf der Internationalen Passivhaustagung 2016 auch viele weitere Vorträge gehalten, die sich mit Lösungen für die energetische Sanierung mit zertifizierten Komponenten beschäftigen.

EU-Förderung
Die Sanierung des Gebäudebestandes sei entscheidend, um die langfristigen Energie- und Klimaziele der Europäischen Union zu erreichen, sagt Vincent Berrutto von der EU-Agentur Easme (Executive Agency for Small and Medium-sized Enterprises). Die EU fördere daher seit Jahren das Passivhaus-Konzept und dessen grossflächige Umsetzung. Wichtig sei aber auch die Entwicklung von hierfür erforderlichen Produkten, sagt Berrutto. "Der Component Award ist eine gute Möglichkeit, diese Ziele zu unterstützen."

Text: Passivhaus Institut

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