01. Mär 2016

Das HyBalance-Projekt erhält Fördergelder in Höhe von 8 Millionen Euro aus dem Gemeinschaftsvorhaben Fuel Cells and Hydrogen 2 im Rahmen der Finanzhilfevereinbarung (Grant Agreement) Nr. 671384.

Demonstrationsprojekt: Wasserstoff aus Windkraft als Energieträger

(PM) In Dänemark entsteht eine der modernsten Wasserstoffanlagen. Die Projektpartner Air Liquide, Hydrogenics, LBST, Neas Energy, Hydrogen Valley/CEMTEC und die Gemeinsame Technologieinitiative für Wasserstoff und Brennstoffzellen der EU haben einen Vertrag über die Errichtung der grössten europäischen Anlage zur Produktion von Wasserstoff aus Windkraft unterzeichnet.


Der durch Elektrolyse produzierte Wasserstoff ermöglicht die wirtschaftliche Speicherung von überschüssigem Windstrom und hilft damit, Schwankungen der Netzspannung auszugleichen. Dies ist für die Stabilität unserer Stromnetze von wesentlicher Bedeutung. Der Windwasserstoff wird dann für emissionsfreie Anwendungen in Verkehr und Industrie eingesetzt.

15 Mio. Euro Budget
Als Standort für dieses innovative Projekt wurde Dänemark gewählt. Das Königreich ist Vorreiter bei erneuerbaren Energien und verfügt über umfassendes Know-how in diesem Bereich und speziell auch beim Einsatz von Wasserstoff als Energieträger der Zukunft. Ausserdem betreibt Air Liquide in Dänemark bereits fünf Wasserstofftankstellen für Fahrzeuge. Das Budget des Projekts beträgt 15 Millionen Euro.

Fortschrittliche Schlüsseltechnologien
Das Projekt mit dem Namen HyBalance soll den Zusammenhang zwischen Wasserstoff als Energiespeicher und der Nutzung von Wasserstoff in Mobilitätslösungen aufzeigen. Die Produktion von Wasserstoff durch Elektrolyse mit Windstrom ist eine bekannte und erprobte Technologie. Aber das HyBalance-Projekt setzt auf fortschrittliche Schlüsseltechnologien. Das Projekt dient nicht nur zur Validierung der hochdynamischen PEM-Technologie, einer besonderen Form der Elektrolyse, und der innovativen Verfahren zur Bereitstellung von Wasserstoff, sondern wird diese Technologie darüber hinaus in einer echten industriellen Umgebung und unter Verwendung des modernsten Hochdruck-Elektrolyseurs demonstrieren. Damit bietet das HyBalance-Projekt eine einzigartige Möglichkeit, die verschiedenen Anwendungen für Power-to-Hydrogen-Technologien zu demonstrieren. Dazu zählen auch die Anwendungsmöglichkeiten von Wasserstoff in mehreren wichtigen Marktsegmenten, wie z.B. der Industrie und dem emissionsfreien Verkehr. Das Projekt unterstützt zudem die Validierung von Geschäftsmodellen für diese und ähnliche Anwendungen.

Das Potenzial von Wasserstoff
Die EU hat sich zu einer zukunftsorientierten Klimapolitik verpflichtet und diesbezüglich u.a. folgende Prioritäten definiert: Sicherheit und Unabhängigkeit in der Energieversorgung sowie Dekarbonisierung der Wirtschaft. Mit dem steigenden Anteil an erneuerbaren Energien im Energiemix wird klar, dass diese Energie gespeichert und in nachgelagerten Marktsegmenten genutzt werden muss, die bislang noch von fossilen Energieträgern abhängig sind. Wasserstoff gilt hier als einer der Wegbereiter. Dänemark ist einer der Vorreiter bei der Energiewende und daher der ideale Ort für ein solches Demonstrationsprojekt.

Standort Dänemark
Dänemark formulierte 2012 eine der ehrgeizigsten Energiestrategien in Europa. Das Königreich will bis 2020 mindestens 50 Prozent seines Stromverbrauchs mit Windenergie decken. Bis 2035 sollen im Strom- und Wärmesektor nur noch erneuerbare Energien zum Einsatz kommen und bis 2050 will Dänemark in allen Energiesektoren unabhängig von fossilen Brennstoffen werden. Das Land setzt bei der Umsetzung dieser Strategie auf eine Mischung verschiedener erneuerbarer Energiequellen.

Dänemark verfügt über ein gut ausgebautes Erdgasnetz. Wasserstoff und Biogas können hier in grossem Umfang für zusätzliche Kapazität zur Energiespeicherung sorgen. Im Norden Dänemarks, in der Nähe von Hobro, befinden sich Salzkavernen, die später in grossem Umfang zur Lagerung von Wasserstoff bzw. Biogas genutzt werden können. Aufgrund dieser Gegebenheiten ist Hobro in Dänemark der ideale Standort für die Anlage zur Demonstration des Power-to-Hydrogen-Konzepts. Die Wasserstoffanlage soll Ende 2017 in Betrieb gehen.

Die Partner und die Förderung
Die Partner im HyBalance-Projekt sind: Air Liquide, Copenhagen Hydrogen Network (CHN), Neas Energy A/S, Hydrogen Valley/CEMTEC, und die Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH. Das HyBalance-Projekt erhält Fördergelder in Höhe von 8 Millionen Euro aus dem Gemeinschaftsvorhaben Fuel Cells and Hydrogen 2 im Rahmen der Finanzhilfevereinbarung (Grant Agreement) Nr. 671384. Das Gemeinschaftsvorhaben wird unterstützt von dem Horizon 2020 Forschungs- und Innovationsprogramm der Europäischen Union sowie Frankreich, Deutschland, Dänemark und Belgien www.fch.europa.eu. Das HyBalance-Projekt erhält ferner Fördergelder in Höhe von 2,6 Millionen Euro von dem dänischen Programm ForskEL, das von Energinet.dk. www.forskel.dk verwaltet wird.

Die Eckdaten des HyBalance-Projekts >>

Text: TÜV Süd

1 Kommentare
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Albert Mayer @ 09. Mär 2016 06:52

Schade dass bei solch teuren Projekten
nie dabei steht, wieviel Steuergeld fliesst.
Auch gibt es wie üblich wenig Zahlen,
nicht einmal die Kapazität oder die
H2-Druckstufe wird erwähnt. Und erst
recht nicht der Wirkungsgrad (z.B. im
Vergleich zu Akkus, am besten aus deren
Second Live), denn es ist eigentlich bekannt
dass die H2-Technologie einen extrem
schlechen Wirkungsgrad in der Gesamtkette
aufweist. Insbesondere miti H2-Transport
mit LKW. In Deutschland hat sich die Chemieindustrie
schon in Stellung gegen eine Verunreinigung
des Erdgasnetzes durch H2 in Stellung gebracht.
On einem Land ohne Chemieindustrie mag
das einfacher sein.

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