29. Feb 2016

Roboter messen selbstständig die radioaktive Belastung von Oberflächen in Kraftwerken und dekontaminieren diese autonom. ©Bild: KIT

AKW: Cluster „Rückbau“ bündelt internationale Expertise

(KIT) Rund ein Drittel der derzeit 145 aktiven AKW in Europa erreicht im Jahre 2025 ihr reguläres Laufzeitende. Der sichere Rückbau und die sichere Entsorgung stellen grosse Herausforderungen an Industrie, Wissenschaft und Gesellschaft dar. Hier gilt es, Kompetenz für den Rückbau kerntechnischer Anlagen aufzubauen und Fachkräfte für dieses Arbeitsfeld aus- und weiterzubilden. Zu diesem Ziel haben sich nun fünf führende Institute zum Cluster „Rückbau kerntechnischer Anlagen“ zusammengeschlossen, darunter auch das Paul Scherrer-Institut.


„Mit dem Abschalten von AKW fängt die Arbeit erst an. Die Verantwortlichen in Industrie, Politik und Öffentlichkeit finden für diese Aufgabe nun dank des Clusters zentral die passenden wissenschaftlichen Ansprechpartner“, erklärt Prof. Oliver Kraft, Vizepräsident für Forschung am KIT. „Ausserdem bilden wir hier dauerhaft die Ingenieure aus, die wir für den sicheren Rückbau noch viele Jahre brauchen werden.“ „Der komplette Rückbau kerntechnischer Anlagen stellt für alle Betreiber und Behörden ein überaus komplexes Problem mit unzähligen Randbedingungen und Variablen dar“, erklärt Dr. Thomas Walter Tromm vom KIT, Programmsprecher Nukleare Entsorgung, Sicherheit und Strahlenforschung. „Das Thema Rückbau kerntechnischer Anlagen umfasst eine Vielzahl von Aspekten, zu denen wir nun die führenden Kompetenzträger im Cluster versammelt haben.“

Zu klärende Fragen
Das Cluster „Rückbau kerntechnischer Anlagen“ wird Rückbaustrategien vor dem Hintergrund der gesetzlich vorgeschriebenen Rahmenbedingungen und auf wissenschaftlicher Grundlage entwickeln. Dazu gehört es etwa auch, das Rückbaumanagement und die anzuwendenden Rückbautechnologien zu optimieren. Dekontaminations- und Konditionierungstechnologien sowie Schutzmassnahmen für Beschäftigte, Bevölkerung und Natur vor radiologischen Expositionen werden weiterentwickelt. Nicht zuletzt soll auch die angemessene Beteiligung und Information der Öffentlichkeit in das Rückbaumanagement eingebunden werden.

Als informeller Arbeitskreis wollen die Partner des Clusters ihre Aktivitäten in Forschung, Lehre und Ausbildung abstimmen und bündeln, Kooperationen mit Behörden, Industrie und Wissenschaft stärken, Kompetenzerhalt unterstützen, berufsständige Entwicklungen begleiten sowie in internationalen Gremien zu Rückbaustandards mitwirken. In der Aussendarstellung, etwa gegenüber Industrie und Studierenden, auf Messen und in Fachzeitschriften, will man partnerschaftlich auftreten.

Die Gründungsmitglieder
Gründungsmitglieder des Clusters sind das Karlsruher Institut für Technologie, die Duale Hochschule Baden-Württemberg mit dem Standort Karlsruhe, die Universität Stuttgart mit dem Institut für Kern- und Energietechnik und der Materialprüfungsanstalt Stuttgart, das Paul Scherrer Institut in der Schweiz sowie das Institut für Transurane (Karlsruhe) und das Institute for Reference Materials and Measurements (Belgien) der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission.

Text: Karlsruher Institut für Technologie

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