08. Feb 2016

Entwicklung Pelletfeuerungen Deutschland seit 2007. Grafik: DEPV

Pelletproduktion und Inlandbedarf Deutschland. Grafik: DEPV

Deutschland: Gebremstes Wachstum für Holzpellets 2015

Der Pelletmarkt in Deutschland blickt auf ein schwieriges Jahr zurück. Der massive Preiseinbruch am Ölmarkt hat den Zubau an Pelletfeuerungen im Jahr 2015 stark behindert, so dass jeweils nur rund 16‘000 Kessel und Öfen neu in Betrieb genommen wurden. Die Pelletproduktion hat sich vor allem witterungsbedingt auf 2 Mio. Tonnen reduziert. Deutschland belibt aber weltweit nach den USA und Kanada der führende Pelletproduzent.


Die Flaute des Marktes für erneuerbare Wärme hat sich im Jahr 2015 fortgesetzt, wie der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband e. V. (DEPV) bilanziert. Anstelle prognostizierter 40.000 neuer Pelletkessel und -öfen wurden in Deutschland nur 16‘000 Pelletkessel sowie 16‘500 Pelletkaminöfen verkauft. Das bedeutet gegenüber dem bereits schwachen Jahr 2014 (38‘500 Feuerungen) einen nochmaligen Rückgang um gut 10 Prozent. Die seit April 2015 höheren Fördersätze im Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien (MAP), die mit dem Aktionsprogramm Energieeffizienz (APEE) im Januar 2016 nochmal um 20 Prozent erhöht wurden, lassen die Branche aber verhalten optimistisch in die Zukunft schauen. Seit Herbst 2015 ziehen die Kesselverkäufe leicht an, so dass der Branchenverband für 2016 von einer verbesserten Nachfrage ausgeht.

Der DEPV-Vorsitzende mahnt bei der Politik hierfür eine bessere Kommunikation an. „Gute Förderkonditionen alleine reichen nicht aus, wenn sie nicht bekannt sind. Die Bundesregierung muss den Menschen klar machen, dass sie klimapolitische Weitsicht honoriert. Die Verbraucher, die nicht den kurzfristigen Verlockungen des Ölpreises erliegen, sondern sich mit einer Pelletheizung für Klimaschutz entscheiden, werden neben einer hohen CO2-Einsparung auch mit satten Investitionszuschüssen belohnt“, betont Lingner. Für das Jahr 2016 geht der DEPV von einem Absatz von 20‘000 Kesseln und 18‘000 Pelletkaminöfen aus. Damit würde der Gesamtbestand an Pelletfeuerungen auf knapp 430‘000 Anlagen anwachsen.

Produktion und Handel von Holzpellets in Deutschland
Auch die Pelletproduktion blieb 2015 hinter den Erwartungen zurück. Neben dem schwachen Zubau an Feuerungen waren hierfür vor allem das wärmste Jahr seit den Aufzeichnungen des Wetterdienstes und die fehlende Winterwitterung verantwortlich. 2 Mio. Tonnen Pellets wurden im vergangenen Jahr in Deutschland hergestellt, was einen leichten Rückgang zur Produktion von 2014 (2.1 Mio. t) bedeutet. Der Verbrauch belief sich 2015 bundesweit auf 1.86 Mio. Tonnen.

Trotzdem führender Pelletproduzent
Trotz Produktionsrückgang ist Deutschland weltweit nach den USA und Kanada der führende Pelletproduzent und seit Jahren Nettoexporteur. Das hohe Holzaufkommen aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung und die damit verbundene Menge an Sägeresthölzern, dem mit über 90 Prozent wichtigstem Rohmaterial für die Pelletproduktion, bieten hervorragende Standortbedingungen. Das Thema Qualitätssicherung besitzt hierzulande hohe Priorität, denn mit 99 Prozent sind nahezu alle in Deutschland produzierten Pellets nach ENplus zertifiziert. Auch der Pellethandel nutzt das ENplus-Zeichen immer stärker zur Darstellung seiner Kompetenz: 17 neue ENplus-Händler haben 2015 die Anzahl der zertifizierten Handelsunternehmen auf 105 anwachsen lassen. Für das laufende Jahr prognostiziert der DEPV eine leichte Zunahme der Pelletproduktion in Deutschland auf 2.2 Mio. Tonnen.

Holzpelletproduktion in Deutschland 2015

 

Produktionsmenge Holzpellets

1'998'187 t

Qualitätsklasse

EN A1/A2

99 %

EN B/Industriepellets

1 %

Handelsform

Lose Ware

81 %

Sackware

19 %

Rohstoffeinsatz Holzart

Nadelholz

93 %

Laubholz

7 %

Rohstoffeinsatz Holzsortiment

Sägerestholz

92 %

Rundholz

8 %

Quelle: Deutsches Pelletinstitut GmbH

Pelletfeuerungen in Deutschland

 

Prognose

 

Zubau 2014

Bestand 2014

Zubau 2015

Bestand 2015

Zubau 2016

Bestand 2016

Öfen

  16'500

116'500

  16.500

133'000

 18'000

151'000

Kessel < 50 kW
(inkl. wasserführende Öfen)

  18'500

231'000

  15'000

246'000

 19'000

265'000

Kessel > 50 kW (inkl. KWK)

    1'500

   10'500

    1'000

   11'500

   1'000

   12'500

Summe

 36'500

358'000

 32'500

390'500

38'000

428'500

Quelle: Deutsches Pelletinstitut GmbH

0 Kommentare

Kommentar hinzufügen

Newsletter abonnieren

Follow us