09. Feb 2016

Vergleich der Wärmepumpen Systempreise für offene (n = 18) und vorgegebene (n = 19) Qualität (exkl.
MWSt.). Grafik: Ernst Basler + Partner

Rangliste anhand der Investitionskosten. Grafik: Ernst Basler + Partner Rangliste anhand der Gesamtkosten pro Jahr. Grafik: Ernst Basler + Partner

Vergleich der Wärmepumpen Systempreise für offene (n = 18) und vorgegebene (n = 19) Qualität (exkl. MWSt.). Grafik: Ernst Basler + Partner

Studie: Preise von Luft/Wasser Wärmepumpen

(BFE) Eine beschleunigte Sanierung der Gebäudehüllen sowie die Zunahme des Wärmepumpeneinsatzes im Gebäudebestand sind wichtige Ziele der Energiestrategie 2050. Hohe Bedeutung haben dabei die Marktpreise von Wärmepumpenanlagen im Vergleich zu Konkurrenztechnologien. Eine Studie von Ernst Basler + Partner AG untersucht im Auftrag von EnergieSchweiz die Preise von Wärmepumpenanlagen im Zusammenspiel mit der Anlagen- und Ausführungsqualität.


Eine Reduktion der Marktpreise soll jedoch nicht auf Kosten der Anlagen- und Ausführungsqualität erfolgen. Eine hohe Effizienz der Wärmepumpen ist entscheidend, damit auch die Ziele im Bereich der Stromnachfrage erreicht werden können.

Studien-Methoden
Schweizer Installateure wurden gebeten, für ein Referenzgebäude den Ersatz der Ölheizung mit einer Luft/Wasserwärmepumpe sowie alternativ mit einer neuen Ölheizung zu offerieren. Dabei wurde die Hälfte der Installateure gebeten, eine vorgegebene Qualität einzuhalten. Der anderen Hälfte wurden keine Qualitätsvorgaben gemacht. Vorbereitend zu dieser Erhebung wurde die Referenzanlage definiert und ein Erhebungsformular erarbeitet. Um die erhobenen Preise zu validieren, wurden sie mit Preisen aus realen Rechnungen der letzten Jahre verglichen. Diese stammen aus Anträgen für Förderbeiträge in den Kantonen Graubünden und Luzern.

Übersicht der Datengrundlagen

 

Ölheizung

Luft/Wasser Wärmepumpe

Erhebung: hohe Qualität

19 Offerten

19 Offerten

Erhebung: offene Qualität

18 Offerten

18 Offerten

Validierung

 

92 Rechnungen


Referenzanlage
Als Ausgangslage wurde ein energetisch teilsaniertes Einfamilienhaus aus den 1950er Jahren mit bestehender Ölheizung bestimmt. Für dieses Gebäude wurde eine Luft/Wasser-Wärmepumpe (Splitmodell) mit 9 kW Leistung beim Betriebspunkt A-7/W35 gewünscht.

Preise

Der Medianpreis einer installierten Wärmepumpe liegt gemäss der Erhebung bei rund 36‘000 Franken (exkl. MWSt.). Der Medianpreis aus der Validierung liegt etwas tiefer, beinhaltet aber oft auch nicht alle externen Arbeiten (wie z.B. Demontage und Entsorgung Öltank). Insgesamt wird daher der Markt mit der Preiserhebung recht gut getroffen. Die Bandbreite der offerierten Systeme ist sehr hoch. Die günstigste Anlage wurde zu 26‘000 Franken, die teuerste zu 49‘000 Franken offeriert.

Die Preise für eine Wärmepumpe sind wie erwartet deutlich höher als diejenige für eine neue Ölheizung (Median von knapp 22‘000 Franken exkl. MWSt.). Fast jede angebotene Wärmepumpe ist teurer als jede angebotene Ölheizung (siehe Abbildung links). Eine ganzheitliche Betrachtung der Gesamtkosten pro Jahr dreht (inkl. Energie- und Betriebskosten) das Bild jedoch um. so sind fast alle angebotenen Wärmepumpen in dieser Betrachtung günstiger als die Ölheizung (siehe Abbildung links).

Qualität
Das von der Hälfte der Installateure geforderte Qualitätsniveau orientierte sich am Wärmepumpen-System-Modul. Dieses Niveau entspricht einer guten, aber nicht einer ausserordentlichen Qualität. Die Vorgabe dieses Qualitätsniveaus hatte keinen Einfluss auf die Qualität der angebotenen Anlagen. Von den abgegebenen Offerten mit vorgegebener Qualität erfüllten 8 von insgesamt 19 die Anforderungen, von den Offerten mit offener Qualität waren es 7 von 18. Es scheint, als dass viele Installateure in einem ersten Schritt unabhängig der Kundenwünsche ihre bevorzugten Standardmodelle anbieten. Bei der Erhebung mit vorgegebener Qualität wurden die Installateure teilweise in mehreren Runden darum gebeten, ihr Angebot anzupassen, damit es den Qualitätsvorgaben entspricht. Endkunden müssen also die angebotene Qualität kontrollieren und hartnäckig auf den Vorgaben bestehen, um die gewünschte Qualität offeriert zu bekommen.

Preise für Qualität
Die Systempreise der vorgegebenen Qualität sind etwas günstiger als diejenigen der vorgegebenen Qualität (siehe Abbildung links zu unterst). Eine mögliche Erklärung ist, dass konkrete Detailvorgaben zu niedrigeren Preisen führen. Solche Vorgaben kommunizieren einem Installateur, dass die geforderte Anlage klar festgelegt ist und wenig „Reserve-Zuschläge“ notwendig sind. Weiter vermutet ein Installateur womöglich hinter solch klaren Vorgaben einen erfahrenen Besteller vom Fach. Dies kann zusätzlichen Preisdruck ausüben.

Hürden für eine höhere Qualität
Die Recherchen im Rahmen der Erhebung haben gezeigt, dass Hersteller und Lieferanten von Wärmepumpen unterschiedliche und nicht immer vollständige Angaben zur Energieeffizienz und zum Schall machen. Die fehlende Transparenz und Vergleichbarkeit von Kennwerten erschwert die Wahl der geeigneten Wärmepumpen. Darüber hinaus haben die Rückfragen bei den Installateuren teilweise Wissenslücken offenbart. Fachlich am meisten Unsicherheiten bestehen beim Thema Schall und bei der Dimensionierung des Heizungsspeichers.

Vollständige Studie „Preise von Luft/Wasser Wärmepumpen“ vom 16.12.15 >>

Text: ee-news.ch, Quelle: EnergieSchweiz/BFE/ Ernst Basler + Partner

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