08. Feb 2016

Übersichtsgrafik der Migrate-Partner. ©Grafik: Tennet

Liste der Konsortialpartner. ©Liste: Tennet

Start von Migrate: Internationales Projekt untersucht Anforderungen an Europas zukünftiges Stromnetz

(PM) 25 Konsortialpartner aus 13 Ländern Europas und der Schweiz, darunter zwölf Übertragungsnetzbetreiber sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen, haben am 20. Januar in Brüssel gemeinsam das Projekt Migrate gestartet. Der Projektname leitet sich ab aus dem Forschungsthema „Massive InteGRATion of power Electronic devices“.


Ziel ist die Erarbeitung unterschiedlicher Lösungsansätze für wichtige technische Fragen rund um die Themen Netzstabilität, Netzqualität, Steuerung und Versorgungssicherheit, die sich als Herausforderung durch immer mehr Einspeisequellen von Erneuerbaren Energien ergeben. Das auf vier Jahre ausgelegte Projekt wird von der EU mit rund 17 Millionen Euro gefördert und gehört zum EU-Rahmenprogramm „Horizont 2020“ für Forschung und Innovation.

Wieviel Leistungselektronik verträgt das Netz?
„Die Frage, die es zu untersuchen gilt, lautet, wieviel Leistungselektronik verträgt das Netz?“, sagte Mariana Stantcheva, Project Officer bei der Europäischen Kommission – INEA, anlässlich des Kick-off-Meetings in Brüssel. Denn in der Zukunft wird an verschiedenen Stellen das europäische Verbundnetznetz zu bestimmten Zeitpunkten mit viel Strom aus Wind- und Sonnenenergie vor neue Herausforderung gestellt. Einerseits wird die Stromproduktion durch den steigenden Anteil von erneuerbaren Energien und andererseits aber auch der der Verbrauch durch beispielsweise die Implementierung von Energieeffizienzsystemen immer häufiger durch Leistungselektronik an das Stromnetz gekoppelt.

Technische Herausforderungen
Diese Effekte sorgen gerade für Netzbetreiber für technische Herausforderungen bei der Netzführung. Das resultiert aus der fehlenden Massenträgheit z.B.eines Kraftwerkgenerators, die für die notwendige Frequenzstabilität von 50 Hertz sorgt. Migrate-Projektleiter Andreas Menze vom Übertragungsnetzbetreiber TenneT stellte in Brüssel die Untersuchungsschwerpunkte vor, die vor dem Hintergrund eines künftig stark CO2-reduzierten Energiesystems wesentlich werden:

  • Maximierung der Anzahl an Einspeisequellen von Erneuerbaren Energien bei gleichzeitig zu erhaltender Netzstabilität
  • Ableitung potenzieller Probleme und Herausforderungen an das Stromnetz der Zukunft und Prüfung möglicher Lösungsansätze
  • Bestimmungen und Abgrenzungen der Notwendigkeiten neuer Kontroll- und Schutzschemata sowie gegebenenfalls Anpassung der Netzanschlussregeln

Acht Arbeitspakte und Arbeitsgruppen
Diese Fragestellungen sind auf acht Arbeitspakte heruntergebrochen und auf Arbeitsgruppen verteilt worden. Wesentlich ist dabei die Entwicklung und Validierung von technologie-basierten Lösungen vor dem Hintergrund eines pan-europäischen Elektrizitätssystems, das einer raschen Zunahme an Leistungselektronik sowohl auf der Seite der Erzeugung als auch auf der des Verbrauchs unterliegt.

Dieses Hauptziel ist unterteilt in zwei Ansätze mit unterschiedlichen Zeithorizonten:

  • Kurz- bis mittelfristig sind technologie-basierte, schrittweise einzuführende, innovative Methoden und Anwendungen nötig, um den sicheren Betrieb der bestehenden Drehstrom-Hochspannungsnetze bei wachsender Erzeugung und Verbrauch von über Leistungselektronik angebundener Energie zu gewährleisten.

  • Langfristig gilt es, neuartige Lösungen zu finden, die den Umbruch zu einem Drehstrom-Hochspannungssystem ermöglichen, in welchem die gesamte Erzeugung und Verbauch annähernd vollständig über Leistungselektronik angeschlossen ist und dabei innovativen Kontroll-Algorithmen in Verbindung mit neuen Netzanbindungsstandards unterliegt.

Die Arbeitsgruppen treffen sich regelmässig zum Austausch ihrer Arbeitsergebnisse. Das nächste Treffen des Executive Boards, dem alle in dem Projekt involvierten ÜNB angehören, findet im Sommer statt, um erste Untersuchungsergebnisse vorzustellen und sich untereinander weiter abzustimmen.

Kontakt für
Projekt-Interessenten
Nicht nur die Konsortialpartner werden bis dahin aktiv an den gestellten Aufgaben arbeiten, auch andere, nicht im Projekt organisierte Übertragungsnetzbetreiber und Forschungsgruppen können sich bei Interesse an der Thematik inhaltlich einbringen. In Kürze wird dazu eine sogenannte Referenzgruppe ins Leben gerufen, die als Input- und Austauschplattform gedacht ist. Unter der E-Mail-Adresse migrate@tennet.eu können sich alle Projekt-Interessenten mit dem Koordinator TenneT in Verbindung setzen.

Text: Tennet

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