19. Jan 2016

Heftige Explosion nach einer 15-minütigen, starken Überladung des LiPo-Akkus. ©Bild: Empa

Der LiPo-Akku vor dem Test im Sandbett. ©Bild: Empa

Empa: Akku-Überladung führt zur Explosion

(Empa) Der Grossbrand in Steckborn vom 21. Dezember 2015 ist vermutlich durch den Lithium-Polymer-Akku eines Modellautos ausgelöst worden, teilte die Kantonspolizei Thurgau vor kurzem mit. Batterie-Experten der Empa haben bereits Überladeexperimente an solchen Akkus durchgeführt und geben Tipps zur sicheren Handhabung.


Lithium-Polymer-Akkus (kurz LiPo-Akkus) sind als energiereiche Stromspeicher bei Modellbauern beliebt. Akkus dieser Bauart stecken aber auch in Smartphones, Tablets, Kameras und Laptops. Muss man sich nun fürchten, nachdem ein solcher Akku offenbar den Grossbrand ins Steckborn ausgelöst hat, der am 21. Dezember sechs Altstadthäuser zerstörte und 30 Menschen obdachlos machte?

Modellbauakku löst Brand aus
Die Ermittlungsergebnisse der Kantonspolizei Thurgau wurden am 8. Januar 2016 bekannt gegeben. Demnach hatte ein Modellbauakku, der im zweiten Stock eines der Gebäude an einem Ladegerät hing, den Brand ausgelöst. Empa-Batterieexperte Donat Adams gab noch am selben Tag mehrere Interviews an Journalisten regionaler Radio- und Fernsehstationen, in denen er die Risiken von LiPo-Akkus erläuterte.

Nur passende, originale Ladegeräte verwenden
Bei richtiger Handhabung seien die millionenfach verbreiteten LiPo-Akkus ungefährlich, betont Adams. Normalerweise wird zu jedem akkubetriebenen Gerät das passende Ladegerät mitgeliefert. Das sollte man tunlichst verwenden – so ist sichergestellt, dass die passende Ladespannung verwendet wird und der Akku vom Strom getrennt wird, sobald er voll aufgeladen ist. Auch bei Handys, Tablets und Laptops besteht keine Gefahr, so Adams, weil dort die passende Ladeelektronik bereits im Gerät integriert ist.

Wird ein Akku mit einem Ladegerät verbunden, das sich nicht von selbst abschaltet, kann der Akku überhitzen, sich aufblähen, heisse Gase abgeben und schliesslich entflammen, wie ein Videoclip der Empa eindrücklich zeigt: Die Empa-Forscher hatten einen handelsüblichen, etwa 50 Gramm schweren LiPo-Akku (1300 mAh) absichtlich stark überladen. Die Explosion des Akkus hätte durchaus einen Zimmerbrand auslösen können. Es empfiehlt sich also, LiPo-Akkus möglichst nur auf nicht-brennbaren Unterlagen zu laden und während des Ladens zu überwachen.

Text: Empa



1 Kommentare
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Horst @ 20. Jan 2016 20:53

Sind die SEV, resp. VDE und andere Normzeichen nichts mehr wert?
Oder werden die Geräte ohne diese Prüfungen verkauft?
Wenn Gräte mit Normanschlüssen (Mini, MIcro-USB etc.) vorhanden sind, dann sollen diese auch mit den Ladegeräten, die diese Anschlüsse haben problemlos verbunden werden können.
Wer hat hier versagt?

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