20. Jan 2016

Das BAFU hat eine umfassende Analyse der Kompostier- und Vergärungsanlagen in der Schweiz und in Liechtenstein vorgenommen. Bild: BAFU

Neue Publikation «Kompostier- und Vergärungsanlagen»: Die Schweiz entsorgt mehr biogene Abfälle als bisher angenommen

(BAFU) In 368 Kompostier- und Vergärungsanlagen in der Schweiz und in Liechtenstein werden jährlich insgesamt 1.26 Millionen Tonnen biogene Abfälle verwertet. Das ist deutlich mehr als bisher geschätzt wurde. In einer Studie hat das Bundesamt für Umwelt BAFU erstmals diese Zahlen erhoben.


Siehe auch Artikel über die Verarbeitung von Biomasse mittels Pyrolyse des Ökozentrums vom 8.1.16 auf ee-news.ch >>)

1.26 Millionen Tonnen

In der Schweiz und in Liechtenstein existiert flächendeckend ein leistungsfähiger Wirtschaftszweig zur Entsorgung von biogenen Abfällen (siehe Kasten). In den insgesamt 368 Kompostier- und Vergärungsanlagen werden durchschnittlich mehr als 154 Kilo biogene Abfälle pro Einwohnerin und Einwohner verwertet. Das entspricht insgesamt 1.26 Millionen Tonnen pro Jahr. Damit existieren mehr Anlagen zur Behandlung biogener Abfälle als bisher geschätzt wurde. Es werden auch deutlich mehr biogene Abfälle gesammelt und verwertet als bisher angenommen. Die bisherigen Schätzungen lagen bei 250 Anlagen und 990‘000 Tonnen pro Jahr. Dies zeigt eine neue Studie des Bundesamtes für Umwelt (BAFU), für die erstmals die Kantone direkt befragt wurden.

70% Kompostierungsbetriebe
Gemäss der Studie sind Kompostierungsbetriebe am häufigsten (70 %), gefolgt von landwirtschaftlichen Biogasanlagen (20 %) und industriell-gewerblichen Vergärungsanlagen (7 %). Die grösseren dieser Anlagen verwerten mehr als die Hälfte der biogenen Abfälle. Der Rest wird in Kompostier- und Vergärungsanlagen mit einer Kapazität von weniger als 10‘000 Tonnen Abfall pro Jahr verarbeitet. Der überwiegende Teil der Produkte aus allen Anlagen wird in der Landwirtschaft und im Gartenbau als Kompost und Gärgut eingesetzt.

Optimum noch nicht herausgeholt
Noch wird ein grosser Teil der biogenen Abfälle nicht optimal genutzt, da bei der getrennten Bio- und Grünabfallsammlung beachtliches Optimierungspotenzial besteht. Mit einer besseren Nutzung können Nährstoffe, Bodenverbesserer und erneuerbare Energie gewonnen und Umweltbelastungen (Schadstoffe oder Fremdstoffe aus Dünger, Einsatz von fossilen Energieträgern) reduziert werden.


Produktion von Biogas und Recyclingdünger

Gemäss der Biomassen-Strategie des Bundes sollen biogene Abfälle stofflich und energetisch optimal genutzt und Stoffkreisläufe geschlossen werden, wo es ökologisch sinnvoll und wirtschaftlich tragbar ist.

Produktion von Biogas (thermische Verwertung): In den Vergärungsanlagen wird Gas gewonnen. Dieses so genannte Biogas dient zur Erzeugung von Strom und gilt als erneuerbarer Energieträger. Es kann aber auch Wärme erzeugen und zu Heizzwecken genutzt werden. Mit Biogas werden auch Erdgasfahrzeuge getankt.

Herstellung von Recyclingdünger (stoffliche Verwertung):
Sowohl Kompost als auch Gärgut zählen zu den so genannten Recyclingdüngern und werden in der Landwirtschaft als Bodenverbesserer, Erosionsschutzmittel und für die Rekultivierung verwendet.


Erhebung in der Schweiz und in Liechtenstein
Mit der intensiven Energiediskussion haben Kompostier- und Vergärungsanlagen an Bedeutung gewonnen. Gemäss der Biomassestrategie des Bundes sind biogene Abfälle stofflich wie auch energetisch optimal zu entsorgen. Das BAFU hat eine umfassende Analyse der Kompostier- und Vergärungsanlagen in der Schweiz und in Liechtenstein vorgenommen. Die vorliegende Studie ist eine fachlich fundierte Bestandsaufnahme über die Kompostier- und Vergärungsanlagen in der Schweiz und in Liechtenstein sowie darüber, mit welchen Anlagentypen und Verfahren aktuell wie viele biogene Abfälle verarbeitet werden und wie die aktuellen Abfall- und Produkteströme aussehen. 

Anmerkung der Redaktion von ee-news.ch: Siehe auch Artikel über die Verarbeitung von Biomasse mittels Pyrolyse des Ökozentrums vom 8.1.16 auf ee-news.ch >>. Der in diesem Artikel beschriebene Ansatz ist grundverschieden und ermöglicht eine weit bessere Verwertung von Biomasse mit einem Wassergehalt von bis zu 54%. Das Verfahren produziert mit sensationell niedrigen Emissionswerten neben Wärme und Strom auch Pflanzenkohle, die CO2 dauerhaft im Boden bindet und wertvolle Stoffe zurück in den Boden bringt. Klimapositive Energie also!

Text: Bundesamt für Umwelt BAFU, Kommentar: ee-news.ch

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