29. Okt 2012

Seit 2010 wird Felix Helbling, Direktor des Hotels Alexander, in allen Fragen rund um Energieeffizienz durch die EnAW unterstützt. Bild: EnAW

Hotel Alexander: Tiefere Energiekosten, gleicher Komfort

(EnAW) Das Zürcher Mittelklassehotel Alexander nimmt seit 2010 am KMU-Modell der Energie-Agentur der Wirtschaft teil. Ohne den Komfort für die Gäste zu schmälern, spart der Betrieb mit wirtschaftlichen Massnahmen bereits heute jährlich 48‘000 kWh Energie ein.


Im Herzen des Zürcher Niederdorfs befindet sich das Hotel Alexander. Das Gebäude dient nicht nur der nächtlichen Erholung – der 1973 erstellte Gebäudekomplex beherbergt ebenfalls ein Restaurant und einen Grillimbiss, der hungrige Nachtschwärmer versorgt. Geleitet wird der Familienbetrieb mit 16 Mitarbeitern von Felix Helbling. Der studierte Betriebswirt war als Pensionskassenspezialist tätig, bevor er das Hotel im Rahmen einer familiären Nachfolgeregelung übernommen hat. «Ich bin ein absoluter Quereinsteiger in der Hotellerie. Mein Vorgänger wurde pensioniert. Meine Frau ist in weiteren Betrieben des Familienunternehmens tätig. Heute führen wir die Betriebe gemeinsam und unterstützen uns gegenseitig.»

Persönliche Überzeugung entscheidend
Der Hotelbetrieb nimmt seit 2010 am KMU-Modell der EnAW teil und weist bereits heute jährliche Energieeinsparungen von 48 000 kWh auf. Angesprochen auf den Erfolg, bleibt Helbling bescheiden: «Wir leisten gerne unseren Beitrag zum Klimaschutz. Zugleich sind wir aber weit davon entfernt, uns als ökologisches Hotel positionieren zu können. Unser Erfolg ist nicht das Resultat einzelner Massnahmen, sondern die Summe vieler einzeln gesteckter Ziele. Auch können die erzielten Einsparungen, beispielsweise durch den Ersatz der Heizung, nicht nur unserem Hotelbetrieb zugeordnet werden – die weiteren Betriebe, die sich im Gebäude befinden, konnten ihren Energieverbrauch hierdurch ebenfalls senken.»



Innovation in den Gästezimmern
Im Rahmen des Umbaus entstand die Idee, die gesamte Beleuchtung des Hauses auf LED umzustellen, so auch in den Nasszellen. Da die genutzte Technik bis anhin in Nasszellen nicht zur Anwendung kam, hat Helbling die neue Nutzungsform durch seinen Installateur zertifizieren lassen. «Unsere Analyse hat gezeigt, dass wir im Bereich der Beleuchtung viel Strom einsparen können. Die Wirtschaftlichkeit ist bei den von uns umgesetzten Massnahmen ein wichtiges Entscheidungskriterium. Denn: Die Energiekosten sind ein wichtiger Kostenträger in unserem Hotelbetrieb. Durch die innovative Lösung im Nassbereich sparen wir nicht nur Strom, sondern auch Geld ein.» Der Umbau der Zimmer, insbesondere in den Bereichen Beleuchtung, Radiatoren und Fenster, wurde von der Klimastiftung Schweiz mit einem Betrag von 3 100 Franken unterstützt. «Dass wir für unsere Anstrengungen vom ewz, aber auch von der Klimastiftung Schweiz und der ZKB mit Rabatten und Fördergeldern belohnt werden, freut mich. Sie motivieren uns zusätzlich, unsere Eigenverantwortung im Bereich Energie wahrzunehmen. Zugleich hängt die auf 10 Jahre ausgerichtete Zielvereinbarung nicht wie ein Damoklesschwert über uns. Wir setzen unsere Massnahmen, die wir in der Zielvereinbarung festgehalten haben, in Eigenregie um. Bei Bedarf erhalte ich Unterstützung durch die EnAW. Mir werden jedoch keine Massnahmen und Umsetzungszeitpunkte vorgeschrieben. Ein Ansatz, der die Motivation zusätzlich fördert.»

Schwieriges Umfeld als Chance

Angesprochen auf die Frankenstärke, die dem Schweizer Tourismus zusetzt, äussert sich Helbling nachdenklich. «Der starke Franken trifft die Bergregionen und klassische Tourismusdestinationen härter als uns. Jammern hilft uns in dieser Situation jedoch nicht weiter. Eher sehe ich die heutige Situation als Chance. Unsere ausländischen Mitbewerber schlafen nicht. Wir müssen an der Qualität unseres Angebots hart arbeiten und auch Optimierungspotenziale bei der Kostenstruktur identifizieren. Die Energieeffizienz ist hier ein zentrales Thema, da wir mit wirtschaftlichen Massnahmen zur Reduktion unseres Energieverbrauchs auch Kosten einsparen.»

Interview mit Felix Helbling, Direktor Hotel Alexander
Herr Helbling, wie sind Sie auf das KMU-Modell der EnAW aufmerksam geworden?

Das KMU-Modell wurde mir von Stefan Lanz vom Hotel Scheuble empfohlen. Unsere Betriebe arbeiten eng zusammen. In vielen Bereichen des Hotelbetriebs muss das Rad nicht neu erfunden werden. In informellen Gesprächen mit Branchenkollegen profitieren wir gegenseitig von unserem Wissen – und gute Angebote sprechen sich herum.

Welches sind für Sie die grössten Vorteile, die Ihnen die EnAW bei der Reduktion Ihres Energieverbrauchs bietet?
Ich habe mich mit meinem KMU-Berater, Stefan Eggimann, mehrmals getroffen, um verschiedene Konzepte für den Umbau zu diskutieren. Er gab mir Tipps zur Herangehensweise und auch zu möglichen Produkten, gerade auch im Bereich der Beleuchtung. Wertvoll war für mich insbesondere, dass Eggimann uns über die verschiedenen Fördermittel und Zuschüsse informierte und entsprechende Vereinbarungen mit dem ewz, der Klimastiftung Schweiz und der ZKB vermittelte.

Zeigen Sie den Gästen, was Sie geleistet haben und weisen sie darauf hin, wie auch der einzelne Gast mithelfen kann, Energie einzusparen?
Ausschlaggebend für unsere Teilnahme am KMU-Modell war die eigene persönliche Überzeugung, dass wir unseren Energieverbrauch reduzieren möchten. Unsere Gäste kommen zu 20 Prozent aus der Schweiz, zu 40 Prozent aus den Nachbarländern und zu weiteren 40 Prozent aus der ganzen übrigen Welt. Gewissen Kulturen fehlt noch das Bewusstsein für den sparsamen Umgang mit Energie. Es kann nicht unsere Aufgabe sein, die Gäste in dieser Hinsicht zu erziehen. Zumal ich klar festhalten möchte: Wir leisten unseren Beitrag mit grossem Engagement, können uns aber nicht als grünes Hotel positionieren, welches in der ganzen Wertschöpfungskette die Ökologie in den Vordergrund stellt – hierzu fehlen uns schlicht die Ressourcen. Wo es jedoch möglich ist, Energieeinsparungen ohne Komfortverlust für die Gäste vorzunehmen, ergreifen wir Massnahmen. So zum Beispiel mit Wassersparaufsätzen. Diese verringern den Wasserverbrauch und zugleich sparen wir Geld bei den Heizkosten für Warmwasser. Sieht man die ersten Erfolge, bekommt man richtiggehend Spass daran, weitere Einsparungspotenziale zu entdecken.

Einsparungen Hotel Alexander im KMU-Modell
Das Hotel Alexander hat 2010 eine Zielvereinbarung über 10 Jahre abgeschlossen. Das Paket umfasst 14 Massnahmen. Die grössten Einsparungspotenziale:

  • Ersetzen des Heizkessels:- 35 700 kWh/a
  • Einbau Thermostatventile:- 13 200 kWh/a
  • Kopplung Stromversorgung und Schlüsselkarte: - 9 400 kWh/a


Effizienzbonus ewz
Das Hotel Alexander kommt dank seiner Teilnahme am KMU-Modell der EnAW in den Genuss eines Rabatts auf seine Energiekosten beim Elektrizitätswerk der Stadt Zürich. Die Energiestadt Zürich will eine kontinuierliche Verbesserung der rationellen und sparsamen Energienutzung und somit eine dauernde Abnahme des Energieverbrauches in der Stadt Zürich herbeiführen. Erfüllen die in der Stadt Zürich ansässigen Unternehmen die Ziele, welche sie zusammen mit der EnAW in einer Zielvereinbarung festgehalten haben, gewährt das ewz einen Rabatt von 10 Prozentauf die Energiekosten. Dies schont die natürlichen Ressourcen, aber auch das Budget der teilnehmenden Unternehmen.

Text: Energie-Agentur der Wirtschaft EnAW

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