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14. Feb 2012

Die deutschen Biokraftstoffproduzenten verwirklichen den Anspruch, Mobilität zu sichern, den ländlichen Raum zu stärken und Rohstoffe fast ausschliesslich aus Deutschland und Europa zu beziehen.

Deutschland: Biodiesel fast ausschliesslich aus Rapsöl

(VDB) Biodiesel aus Deutschland wurde im vergangenen Jahr zu 87,5 Prozent aus Rapsöl hergestellt. Abfälle wie Altspeiseöle und Tierfette bilden mit über sieben Prozent die zweitgrösste Rohstoffbasis für den alternativen Kraftstoff. Die deutschen Biodieselproduzenten verwendeten kaum Soja – 2,5 Prozent – und mit 0,5 Prozent praktisch kein Palmöl.


Dies geht aus einer aktuellen Mitgliederbefragung des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) hervor. „Die deutschen Biokraftstoffproduzenten verwirklichen den Anspruch, Mobilität zu sichern, den ländlichen Raum zu stärken und Rohstoffe fast ausschliesslich aus Deutschland und Europa zu beziehen“, sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer des VDB.

Biokraftstoffe sicherten über 23‘000 Arbeitsplätze in Deutschland und würden nachhaltig produziert. „Biodiesel muss mindestens 35 Prozent weniger Treibhausgase emittieren als fossiler Kraftstoff – gemessen wird der gesamte Produktionsprozess vom Ackerbau über die Düngung bis zur Herstellung des Kraftstoffes.“

Höheren CO2-Wert für Öl aus Teersanden
Biokraftstoffe verhindern die umweltschädliche Produktion von fossilen Kraftstoffen aus unkonventionellem Erdöl, das besonders aufwändig zu fördern und daher sehr teuer ist. Bei ihrer Herstellung entstehen sehr hohe Treibhausgas-Emissionen. „Deshalb fordern wir seit langem, dass statt eines Durchschnittwertes unterschiedliche Emissionswerte je nach Herstellungsart des fossilen Kraftstoffs festgesetzt werden. Dann würde etwa Erdöl aus Teersanden in Kanada einen deutlich höheren Treibhausgaswert zugewiesen bekommen. Es ist zu begrüssen, dass sich der Umweltausschuss des Deutschen Bundestages in seiner Sitzung an diesem Mittwoch mit der Frage befassen will“, sagte Baumann.

Einführung der Nachhaltigkeitsverordnung

Die Rohstoffverwendung für Biokraftstoffe war im vergangenen Jahr stark durch die Einführung der Nachhaltigkeitsverordnung in Deutschland beeinflusst. Danach müssen weltweit die Landwirte dokumentieren, welche Flächen sie zur Rohstoffherstellung für Biokraftstoffe verwenden. Im Jahr 2011 gab es zertifizierte Rohstoffe aber grösstenteils aus Deutschland. „Wir gehen davon aus, dass sich die Rohstoffzusammensetzung für Biodiesel wieder leicht ändern kann, wenn mehr nachhaltige, zertifizierte Ware aus anderen Regionen der Welt im Markt verfügbar ist“, sagte Baumann. Bisher sei Deutschland der europäische Vorreiter in der Umsetzung der Nachhaltigkeitsverordnung. Nun müssten auch die anderen europäischen Länder folgen. „Die Einführung von gesetzlichen Nachhaltigkeitsanforderungen für andere Bereiche wie zum Beispiel die Lebensmittelindustrie ist sachlich geboten und sollte selbstverständlich sein“, sagte Baumann.

Factsheet
zu Biokraftstoffen in Deutschland

Text: Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e.V.

1 Kommentare
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Hans Hauri, Baden (Schweiz) @ 17. Feb 2012 11:26

Wie viel Speiseöl oder (wenns denn sein muss) Soja-Tierfutter könnte auf diesen Rapsfeldern angebaut werden, damit nicht Soja oder Palmöl aus dem Süden eingeführt werden muss, wo dafür Primärwälder umgelegt werden?
Und, bitte, nicht "Bio-Diesel", sondern "Agro-Diesel"!

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