11. Apr 2011

Rechnet man die Stromverbräuche in den Betriebszuständen Off, Standby und Sleep für PC-Arbeitsplätze in Dienstleistung, Gewerbe und Industrie zusammen, so ergeben sich gemäss S.A.F.E.Bericht rund 300 Millionen kWh pro Jahr.

Der Stromverbrauch am Arbeitsplatz nach Geräten. Quelle: S.A.F.E.

Standby-, Sleep- und Off-Verluste kosten jährlich 30 bis 40 Mio. Franken

(AB) Bürogeräte in Dienstleistung, Gewerbe und Industrie verbrauchen nicht nur im Standby-Betrieb viel Strom – sondern auch wenn sie „abgeschaltet“ sind. Würde konsequent das Augenmerk darauf gerichtet, Off-, Sleep- und Standby-Verluste zu vermeiden, könnten jährlich Stromkosten von 30 bis 40 Millionen Franken eingespart werden.


Es ist Feierabend. Der PC führt den Befehl „herunterfahren“ aus. Der Monitor wird schwarz. Die Geräte sind jetzt abgeschaltet - könnte man meinen. Dem ist nicht so. Das zeigt ein Bericht der Schweizerischen Agentur für Energieeffizienz (S.A.F.E.). Auch abgeschaltete Geräte ziehen oft noch Strom aus der Steckdose, wenn sie nicht durch einen Hauptschalter („Hard-off“) vom Stromnetz getrennt werden können.

1 bis 2 Watt üblich
Bei PCs und Monitoren sind verbleibende elektrische Leistungen von 1 bis 2 Watt im heruntergefahrenen Zustand üblich. Oft sind es auch mehr. Das bezeichnen Fachleute als „Schein-Aus“. Was im Einzelfall als Marginalie erscheint, nimmt andere Dimensionen an, wenn es auf das ganze Land hochgerechnet wird. Der S.A.F.E.-Bericht zeigt, dass alleine PCs und PC-Monitore in Dienstleistung, Gewerbe und Industrie pro Jahr so rund 50 Millionen Kilowattstunden (kWh) verbrauchen. Das entspricht der gesamten Stromproduktion durch Solaranlagen in der Schweiz im Jahr 2009.


Auch Hunderttausende von Druckern, Kopierern und Multifunktionsgeräten ziehen im „ausgeschalteten“ Zustand Kilowattstunde um Kilowattstunde aus der Steckdose. Gemäss S.A.F.E.-Bericht sind es für diese Gerätekategorien an Büroarbeitsplätzen in Dienstleistung, Gewerbe und Industrie weitere 20 Millionen kWh pro Jahr. Soviel Strom verbrauchen in der gleichen Zeit 5000 typische Vierpersonenhaushalte.

300 Millionen kWh pro Jahr
Auch im Bereitschaftszustand „Standby“ fliesst unnötig viel Strom. In diesem Modus warten Geräte darauf, ihre eigentliche Betriebsfunktion zu erfüllen. Werden sie aktiviert, wechseln sie mit minimaler Verzögerung in den Betriebszustand – beispielsweise zum Drucken und Kopieren von Dokumenten oder zur Bildschirmanzeige. Erst nach einer längeren Zeit der Inaktivität werden Geräte wie Drucker, Kopierer, Multifunktionsgeräte oder Monitore in einen Stromsparmodus versetzt. Das bezeichnet man als Ruhezustand oder „sleep-mode“. Für die Rückkehr zum aktiven Betriebszustand müssen die Geräte dann sozusagen aufgeweckt werden. Das kann etwas länger dauern als aus dem Standby-Modus.

Rechnet man die Stromverbräuche in den Betriebszuständen Off, Standby und Sleep für PC-Arbeitsplätze in Dienstleistung, Gewerbe und Industrie zusammen, so ergeben sich gemäss S.A.F.E.Bericht rund 300 Millionen kWh pro Jahr. Miteingerechnet sind hier auch kleinere Perferiegeräte wie Ladegeräte, Router oder Unterhaltungselektronik. Das entspricht dem gesamten Stromverbrauch des Kantons Uri und Stromkosten von etwa 50 Millionen Franken.

60 bis 80 Prozent einsparen
Ein grosser Teil dieses Stromverbrauchs kann eingespart werden. Am einfachsten und wirkungsvollsten ist es, PCs, Monitore und Periferiegeräte wie Drucker bei Nichtgebrauch vom Stromnetz zu trennen. Am besten geschieht dies durch manuelle Abschalthilfen wie Steckerleisten mit Kippschalter oder Schaltermaus. Für kleinere Drucker, Kopierer und Multifunktionsgeräte eigenen sich auch Zeitschaltuhren. Dann muss nach Feierabend niemand ans Abschalten denken. Bei Druckern und Multifunktionsgeräten lohnt sich auch, die Energiespar- und Timer-Einstellungen zu optimieren – entweder mit Hilfe der Bedienungsanleitung oder man lässt dies vom Lieferanten einstellen. Bei PCs bringt die Aktivierung der stromsparenden Energieoptionen eine markante Reduktion des Stromverbrauchs während längerer Arbeitspausen. „Realistischerweise kann mit diesen Massnahmen der Stromverbrauch im Schein-Aus und Standby um 60 bis 80 Prozent reduziert werden“, erklärt S.A.F.E.-Experte Jürg Nipkow. Das entspricht dann gesamthaft immerhin Einsparungen von 30 bis 40 Millionen Franken pro Jahr.

Effizienz-Wegweiser
Bei der Anschaffung von Bürogeräten wie Drucker, Multifunktionsgeräten, Bildschirmen, Arbeitsleuchten oder auch Kaffeemaschinen lohnt es sich, auf hohe Energieeffizienz zu achten. Allein ein herkömmliches Multifunktionsgerät kann dreimal so viel Strom verbrauchen wie ein energieeffizientes Gerät – mit Mehrkosten von fast 600 Franken über fünf Jahre Nutzungsdauer. Die unabhängige Online-Suchhilfe www.topten.ch weist hier den Weg: Die effizientesten Bürogeräte sind hier einfach zu finden. Für die professionelle Beschaffung gibt es einen Topten-Ratgeber. Er enthält Empfehlungen zu den wichtigsten Standards für Energieeffizienz, Umwelt und Ergonomie sowie Beschaffungskriterien bei freihändigem Einkauf und Ausschreibungen.

Links:

www.topten.ch

www.energieeffizienz.ch

Autor: Armin Braunwalder, Schweizerische Agentur für Energieeffizienz, www.energieeffizienz.ch

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