24. Mär 2011

Entwicklung der durchschnittlichen Heizenergiepreise für Heizöl extra-leicht, Erdgas, Holzpellets und Elektrizität (Verbrauch: 25'000 bis 50'000 kWh/Jahr). Quelle: monatliche Erhebungen des BFS und eigene Berechnungen.

Entwicklung der Schweizer Heizölpreise im Vergleich zum Markt in Rotterdam.

BFE: Marktentwicklung fossiler Energieträger

(ee-news.ch) In 2010 sind die Erdölpreise in der Schweiz um 14 % gestiegen. Somit sind auch die Endverbraucher-Ausgaben für Erdölbrenn- und Treibstoffe im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode deutlich angestiegen. Anfang Monat hat das BFE seinen Bericht zur Marktentwicklung fossiler Energieträger für das erste Quartal 2011 herausgegeben. Wir veröffentlichen einige Auszüge aus der Zusammenfassung.


Der Bericht zeigt auch, wie volatil und unvorhersehbar der Markt geworden ist. Bereits bei Veröffentlichung des Berichts waren Teile davon aufgrund der Entwicklungen in Nordafrika überholt. Auffällig ist auch, dass die Heizöl- und Benzinpreise aufgrund des starken Frankens in der Schweiz deutlich weniger angestiegen sind als in den angrenzenden Ländern. Gründen der Nachvollziehbarkeit, schreiben wir die aus dem Bericht stammenden Passagen kursiv. Und wir erlauben uns, einige kurze Kommentar einzufügen.

Das CGES rechnet in seinem Referenzszenario für die ersten drei Quartale des Jahres 2011 mit etwa gleich bleibenden Ölpreisen auf dem jetzigen Niveau von beinahe 100 USD/Fass und einem leichten Rückgang zum Jahresende (siehe Abbildung 1 B). Dieser Preisverlauf basiert auf der Annahme, dass die OPEC im Jahresverlauf ihre Produktion erhöht, um der steigenden Nachfrage, die nicht allein durch zusätzliche Nicht-OPEC-Produktion gedeckt werden kann, gerecht zu werden Seit Mitte Februar kostet ein Barrel deutlich über 100 USD.

Das Hochpreis-Szenario des CGES geht davon aus, dass die OPEC-Staaten ihre Produktion nicht genügend ausweiten um die Nachfragesteigerung zu decken, insbesondere auch aufgrund der aktuellen Ereignisse in Nordafrika. Durch das fehlende Angebot könnten die Ölpreise im 4. Quartal 2011 auf bis zu 120 USD/Fass steigen Können die OPEC-Staaten die Produktion wirklich erhöhen?

Im Tiefpreis Szenario des CGES wird angenommen, dass die Nachfragesteigerung im nächsten Jahr unter den aktuellen Erwartungen bleibt, was aufgrund der weiterhin bestehenden Unsicherheiten bezüglich der wirtschaftlichen Erholung als nicht unwahrscheinlich erscheint. Zusätzlich dürften hohe Ölpreise von über 100 USD/Fass auch zu einem Verbrauchsrückgang insbesondere bei Triebstoffen führen, was das Nachfragewachstum ebenfalls bremsen würde...

14% Preisanstieg in der Schweiz
Laut der Expertengruppe Konjunkturprognosen des Bundes dürfte das Wirtschaftswachstum im Jahr 2010 nach ersten Auswertungen 2.7 % erreicht haben. Zusammen mit deutlich tieferen Temperaturen als 2009, hat das zu einem Wiederaufschwung des Erdöl- und des Erdgaskonsums geführt. In 2010 sind die Erdölpreise in der Schweiz um 14% gestiegen. Somit sind auch die Endverbraucher-Ausgaben für Erdölbrenn- und Treibstoffe im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode deutlich angestiegen. Im Jahresdurchschnitt ist das allgemeine Preisniveau um 0.7 % gestiegen. Ohne Erdölprodukte hätte die Inflationsrate nahe bei null gelegenEin anderer Vergleich: Der Pelletpreise stieg 2010 um 2.31%, Heizöl verteuerte sich im selben Zeitraum um über 22%. (Quelle: pelletpreis.ch)

Märkte funktionieren gut
Wie die Analyse der Preisentwicklung von Benzin und Heizöl extra-leicht (HEL) zeigt, funktionieren die Schweizer Benzin- und Heizölmärkte weiterhin gut. Der Benzinpreis an den Tankstellen bzw. der HEL-Preis bei den Händlern bewegt sich etwa so, wie man aufgrund der Entwicklung der zugrunde liegen-den Faktoren (Preise am Rotterdamer Spot-Markt, Wechselkurs des Dollars zum Franken, Frachtkosten für den Transport auf dem Rhein usw.) erwarteten kann

Situation im Ausland
Nach Schätzungen der Internationalen Energieagentur (IEA) ist die Weltölnachfrage in 2010 im Vergleich zu 2009 um rund 3 % auf 87.8 Millionen Fass pro Tag (milli-on barrels per day, mbd) gestiegen. Im Jahr 2010 sind die Ölpreise erst im letzten Quartal aus der Bandbreite von 65 bis 85 Dollar pro Fass ausgebrochen. Ende Jahr lag der Preis pro Fass Rohöl Brent bei 94 Dollar und derjenige für die Rohölsorte WTI bei 91 Dollar

Gemäss CGES resultierte dieser Preishöhenflug vor allem aus der nach wie vor dynamischen Konjunktur in China und der Wiederbelebung der Ölnachfrage in den OECD-Ländern. Ein weiterer Grund dafür ist auch das Verhalten der OPEC, welche sich geweigert hat, das offizielle Förderplafond ihrer Mitglieder (ohne den Irak) seit der Rekordkürzung von Ende 2008 (-4.2 mbd) auf 24.845 mbd wieder anzuheben. Dies obwohl das Kartell über grosse Produktionskapazitätsüberschüsse verfügt, womit es die Welt mehrere Jahre lang vor einer Ölverknappung bewahren könnte. Infolge der Umwälzungen in Tunesien und Ägypten1sowie der Unruhen in vielen arabischen Ländern hat sich die Stimmung auf dem Ölmarkt anfangs 2011 zugespitzt. Auf Grund der Ereignisse in Libyen ist der Preis von Rohöl der Sorte Brent Ende Februar gegen 120 Dollar pro Fass geklettert, den höchsten Stand seit Mitte 2008. Um den Markt zu beruhigen und die Preisspirale zu stoppen, hat Saudi-Arabien eine sofortige Erhöhung seiner Ölproduktion an-gemeldet. …Hat sich die OPEC wirklich geweigert? Oder ist sie nicht in der Lage, die Produktion zu erhöhen?

...Für 2011 wird das Weltwirtschaftswachstum vom IWF auf 4.4 % veranschlagt. Die Internationale Energieagentur (IEA) rechnet mit einem globalen Ölverbrauchszuwachs von 1.4 mbd (+1.6 %), etwa gleich viel wie der CGES. Diese positiven Perspektiven könnten sich als nicht realistisch erweisen, falls die Unruhen in Nordafrika auf weitere wichtige Ölproduzentenländer − insbesondere arabische Länder am Persischen Golf − übergreifen würden...

Den Bericht „Marktentwicklung fossiler Energieträger 1 / 2011“ herunterladen, der am 23.3.11 vom BFE veröffentlicht wurde >>

Text: ee-news.ch, Quelle Text und Grafiken: Bundesamt für Energie

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