22. Mär 2011

Sichere Energieversorgung auch nach Japan wichtig

(economiesuisse) Die Katastrophe in Japan zwingt uns, in der Energiepolitik einen Marschhalt einzulegen, um Lehren zu ziehen. Der Vorstand von economiesuisse unterstützt daher die Sistierung der Bewilligungsverfahren für Ersatzkernkraftwerke. Um die drohende Stromlücke zu schliessen, sind aber neben neuen erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und Stromabkommen auch Grosskraftwerke – so wie es die Strategie des Bundesrates vorsieht – weiterhin unverzichtbar.

An seiner heutigen Sitzung befürwortete der Vorstand von economiesuisse den Marschhalt in der Energiepolitik, um so die vertiefte Analyse der Vorfälle in Japan einbeziehen zu können. Die Schweizer Wirtschaft wird aber auch künftig auf eine sichere, autonome, günstige und klimafreundliche Stromversorgung angewiesen sein. Es wäre daher falsch, wegen der Katastrophe in Japan den bisherigen, bewährten Weg der Schweizer Stromproduktion vorschnell zu verlassen. Die Frage, wie die Schweiz innert weniger Jahre 40 Prozent ihrer Stromproduktion ersetzen soll, ist ungelöst. Seit 1998 stieg der Verbrauch jährlich um 1,7 Prozent und ohne die erfolgreichen Anstrengungen der Wirtschaft punkto Energieeffizienz wäre er sogar noch weiter angestiegen.

AKW als Übergangstechnologie
Um eine Versorgungslücke zu verhindern, sind nicht nur die Förderung der neuen erneuerbaren Energien, sondern auch die weitere Steigerung der Energieeffizienz, internationale Stromabkommen sowie der Ersatz der wegfallenden Grosskraftwerke wichtig. Aber auch bei einer enormen Steigerung der neuen Energiequellen - heute beträgt ihr Anteil am Strommix zirka 6 Prozent - werden die Kernkraftwerke zumindest als Übergangstechnologie weiterhin unverzichtbar sein. Jetzt gilt es abzuwarten, bis die Fachkreise die Schlussfolgerungen aus den Vorgängen in Japan und Rückschlüsse für die Schweiz gezogen haben. Welche Anpassungen in der Energiepolitik eingeleitet werden müssen, bleibt deshalb vorderhand offen. Klar ist, dass jede Technologie ihre Vor- und Nachteile hat. Für economiesuisse sind Sicherheit für Mensch und Umwelt, Versorgungssicherheit, geopolitische Unabhängigkeit, Preis und Umweltfreundlichkeit die zentralen Leitplanken einer zukunftsfähigen Energiepolitik.

Text und Bild: economiesuisse, www.economiesuisse.ch

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