14. Mär 2011

Der Fachverband Biogas fördert mit dem Projekt „Farbe ins Feld“ das Anlegen von Blühstreifen in und um die Ackerfläche und unterstützt die Suche nach Alternativen zum Mais. (www.farbe-ins-feld.de)

Für viele der gut 17‘000 landwirtschaftlichen Betriebe im Norden ist die Biogasanlage mittlerweile ein unverzichtbares Standbein.

Biogas – Wirtschaftskraft im deutschen Norden

(PM) Die Biogas-Branche hat sich zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor in Schleswig-Holstein entwickelt. Allein in den vergangenen zwei Jahren sind im nördlichsten Bundesland mehr als 120 Biogasanlagen mit einer elektrischen Gesamtleistung von rund 26 Megawatt ans Netz gegangen.


Das entspricht einem Umsatzvolumen von 316 Millionen Euro. Geld, das vor allem im strukturschwachen ländlichen Raum von kleinen und mittelständischen Betrieben erwirtschaftet wurde. Mehr als 2‘000 Schleswig-Holsteiner verdienen ihr Geld mittlerweile mit dem Betrieb, dem Bau, der Wartung und Reparatur von Biogasanlagen.

Unverzichtbares Standbein
„Für ein Flächenland wie Schleswig-Holstein stellt die Biogasnutzung ökologisch und ökonomisch eine grosse Chance dar“, betont der Geschäftsführer des deutschen Fachverbandes Biogas e.V., Dr. Claudius da Costa Gomez. Für viele der gut 17‘000 landwirtschaftlichen Betriebe im Norden ist die Biogasanlage mittlerweile ein unverzichtbares Standbein. Viele Milchviehbetriebe können bei Milchpreisen von unter 30 Cent pro Liter nur mit den kontinuierlichen und kalkulierbaren Einnahmen aus der erneuerbaren Stromerzeugung überleben. Aber auch Milchviehbetriebe ohne Biogasanlage profitieren häufig von benachbarten Biogasanlagen: Sie können überschüssige Biomasse, sei es die Grassilage aus dem 3. oder 4. Schnitt oder die anfallende Gülle, an den Biogasanlagenbetreiber Gewinn bringend veräussern.

Von der Synergie Tierproduktion und Energieerzeugung profitiert sowohl der Landwirt als auch der Anwohner: Aus der Gülle und den Futterresten der Tiere lässt sich klimaneutral Strom und Wärme erzeugen. Die nach der Vergärung auf die Äcker ausgebrachten Gärprodukte sind nahezu geruchsneutral und die enthaltenen Nährstoffe besser pflanzenverfügbar. Und die bei der Stromerzeugung entstehende Wärme lässt sich im Kuhstall, in Nahwärmenetzen und zur Trocknung von Holz oder Gärresten einsetzen.

Zwei Milliarden Kilowattstunden Strom
Insgesamt haben die rund 330 Biogasanlagen in Schleswig-Holstein im Jahr 2010 knapp zwei Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt – was etwa neun Prozent des Landesbedarfs entspricht. Gemeinsam mit Wind und Solar decken die regenerativen Kraftwerke zwischen Nord- und Ostsee mittlerweile ein Drittel des Stromverbrauchs im Land. Einen Schwerpunkt der im vergangenen Jahr in Schleswig-Holstein neu angesiedelten Firmen stellen die Unternehmen aus den Bereichen regenerative Energietechnik und erneuerbare Energien dar.

Vielfalt an Energiepflanzen
Schleswig-Holstein hat die Weichen auf Zukunftstechnologie und Klimaschutz gestellt. Die mit dieser strukturellen Umgestaltung einhergehende Änderung des Landschaftsbildes gilt es, so nachhaltig und schonend wie möglich zu gestalten. Für den Bereich Biogas bedeutet dies, im Energiepflanzenanbau sowohl ökologische als auch optische Gesichtspunkte zu beachten: Blühstreifen in und um die Anbauflächen erhöhen die Lebensqualität sowohl für Flora und Fauna als auch für den Menschen. Und eine Vielfalt an Energiepflanzen bereichert die Landschaft.

Text: Fachverbandes Biogas e.V.

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