24. Feb 2011

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In einem typischen Vierpersonen-Haushalt macht das Waschen von Kleidern und anderen Textilien etwa zehn Prozent des jährlichen Stromverbrauchs aus.

Lesehilfe: Mit 60°C statt 90°C zu waschen braucht 40% weniger Strom. 40°C statt 60°C braucht 43% weniger; 30°C statt 60°C braucht 65% weniger Strom.
Quelle: Ökoinstitut Freiburg

Werfen Sie die Wäsche ins kalte Wasser

(AB) Die Zeiten der energiefressenden 90-Grad-Kochwäsche sind vorbei. Heute wird die Wäsche bei viel tieferen Temperaturen sauber. Das spart viel Strom. Der Stromverbrauch einer Waschmaschine wird zu rund 80 Prozent durch das elektrische Aufheizen von kaltem Leitungswasser bestimmt. Grundsätzlich gilt: Je weniger Wasser eine Maschine pro Waschgang benötigt und je tiefer die Waschtemperatur, desto kleiner ist der Stromverbrauch.


Z
ehn Prozent des jährlichen Stromverbrauchs
In einem typischen Vierpersonen-Haushalt macht das Waschen von Kleidern und anderen Textilien etwa zehn Prozent des jährlichen Stromverbrauchs aus. Eine Studie des Ökoinstituts Freiburg zeigt, wie sich die gewählten Waschtemperaturen in der Schweiz auf die Waschgänge verteilen: Ein Drittel der Wäsche wird mit 60 Grad gewaschen, 44 Prozent mit 40 Grad, 14 Prozent mit 30 Grad und 7 Prozent mit 90 oder 95 Grad. Nur gerade 2 Prozent der Wäsche wird mit 20 Grad gewaschen.

Die Studie zeigt auch, wie hoch die Stromeinsparungen sind, wenn die Waschtemperatur um eine Stufe reduziert wird: So senkt ein Waschgang mit 40 statt 60 Grad oder 30 statt 40 Grad den Stromverbrauch um rund 40 Prozent. Ob Ketchup, Kakao oder Kaffee: „Kochwäsche“ ist heute kaum noch notwendig. Dank wirksamerer Waschmittel lassen sich Flecken von Textilien mit 40 Grad genau so gut entfernen. Und das im Vergleich zu Kochwäsche erst noch mit einer Stromeinsparung von mehr als 60 Prozent.

Bis zu 60 Prozent weniger Strom pro Waschgang
Seit einiger Zeit sind auch speziell entwickelte Waschmittel verschiedener Hersteller auf dem Markt, die das „Kaltwaschen“ ermöglichen. Damit können normal verschmutzte Textilien mit lediglich 20 Grad gewaschen werden. Im Vergleich zu einem Waschgang mit 40 Grad wird der Stromverbrauch so um 60 Prozent reduziert, knapp 40 Prozent beträgt die Einsparung gegenüber einer Waschtemperatur von 30 Grad.

Die Hausfrau und der Hausmann fragen sich jedoch: Wird die Wäsche sauber, wenn sie mit einer so tiefen Wassertemperatur gewaschen wird? Ein Test der Konsumentenzeitschrift K-Tipp zeigte 2008 für 20-Grad-Buntwaschmittel durchwegs genügende Noten, allerdings mit Verbesserungspotenzial bei der Waschkraft. Seither haben einige Waschmittelhersteller noch wirksamere Rezepturen fürs Kaltwaschen entwickelt und die Waschkraft verbessert.

Waschen mit tieferen Temperaturen reduziert nicht nur den Stromverbrauch, sondern auch den für die Klimaerwärmung hauptverantwortlichen CO2-Ausstoss. Das zeigen die Bilanzierungen des Non-Profit-Vereins climatop für neun 20-Grad-Waschmittel der Migros. Sie sind mit dem climatop-Label als „CO2-Champions“ ausgezeichnet, weil sie nicht nur den Stromverbrauch und damit den CO2-Ausstoss beim Waschgang senken, sondern weil auch von der Herstellung über den Vertrieb bis zur Entsorgung der Verpackung der Energieaufwand und die Klimabelastung laufend reduziert wird.

Die Ausnahmen
Ein gutes Waschresultat hängt nicht nur von der Wassertemperatur ab, sondern ebenso vom gewählten Waschmittel, von der Mechanik (Bewegungen der Wäsche in der Trommel) und von der Dauer des Waschgangs. Zwischen diesen Faktoren besteht ein enger Zusammenhang. Wird die Wassertemperatur auf 20 Grad abgesenkt, muss einer oder mehrere der anderen Faktoren verändert werden, um ein gleiches Waschresultat zu erzielen. Das kann durch Verlängerung des Waschprogramms, mit mehr Waschmechanik oder verbesserter Chemie von Waschmitteln erreicht werden. Lässt das Waschresultat beim Kaltwaschen zu wünschen übrig, empfiehlt sich die nächsthöhere Temperaturstufe. Vielleicht verbessert auch ein wirksameres Waschmittel das Resultat.

Eine der Hauptaufgaben des Waschens von Kleidern und Textilien ist das Abtöten und Auswaschen von unerwünschten Keimen wie Bakterien, Pilzen oder Milben. Diese möglichen Krankheitserreger werden erst bei höheren Temperaturen ab 40 Grad abgetötet. In Haushalten mit kranken oder im Immunsystem geschwächten Menschen empfiehlt es sich deshalb, häufiger mit Waschtemperaturen von 60 Grad zu waschen und der Gerätehygiene die nötige Beachtung zu schenken.

www.topten.ch: Waschmaschinen mit Warmwasseranschluss

Marke

Bauknecht

Miele

Schulthess

V-ZUG

Modell

WAE 8749

W 58-41

Spirit eMotion
7040i

Adora L

Bruttoverkaufspreis (Fr.)

2890

3590

4990

3330

Toppreis1

1646

2687

3881

1737

Strom- und Wasser-
kosten (Fr. in 15 J.)2

722

804

825

844

Füllmenge (kg)

8

7

7

7

Wasser (Liter/Waschgang)

59

55

49

52

Warmwasseranschluss

ja

ja

Option

Option

Regenwasseranschluss

nein

ja

Option

nein

Effizienzklasse

A+/A/A

A+/A/A

A+/A/A

A+/A/A

Max. Schleuderzahl

1400

1600

1800

1400

1www.toppreise.ch (Stand 3. Mai 2010); 2Stromtarif 20 Rp./kWh, Wasserpreis 3 Fr./m3

Spartipps fürs Waschen

  • Falls Sie auf Ihrer Waschmaschine keine Einstellung für 20 Grad haben, probieren Sie es mit einem Programm wie «Kaltwäsche» oder «Feinwäsche», die mit weniger Temperatur arbeiten. Das Wollprogramm wäscht zwar auch kalt, ist aber nicht zu empfehlen, weil die Wäsche zuwenig durchgearbeitet wird.
  • Waschmaschine ganz füllen, maximale Füllmenge aber nicht überschreiten und auf das Vorwaschen verzichten. Für leicht verschmutzte Wäsche Schnell- oder Expressprogramme wählen.
  • Wenn die Wäsche im Tumbler getrocknet wird: Hohe Schleuderzahl wählen (mindestens 1200 Umdrehungen pro Minute). Der Tumbler braucht im Vergleich zum Schleudern hundertmal mehr Energie, um der Wäsche dieselbe Menge Wasser zu entziehen.
  • Wählen Sie beim Kauf einer neuen Waschmaschine ein Gerät der Energieklassee A+AA. Das heisst: Beste Energieeffizienz, beste Wasch- und Schleuderwirkung. Diese Geräte haben auch einen tiefen Wasserverbrauch. Sie sind leicht zu finden auf www.topten.ch.
  • Kaufen Sie eine Waschmaschine mit Warmwasseranschluss (siehe Tabelle). Das reduziert den Stromverbrauch fürs Aufheizen von kaltem Wasser um zwei Drittel. Ideal ist dieser Anschluss, wenn das Warmwasser zu über 50 Prozent mit erneuerbaren Energien (Sonnenkollektoren, Wärmepumpen, Holz) oder Fernwärme (aus erneuerbarer Energie oder Abwärme, z.B. Kehricht) erzeugt wird.
  • Trocknen Sie Wäsche wann immer möglich im Freien. Falls Sie einen neuen Tumbler kaufen, entscheiden Sie sich für einen Wärmepumpen-Tumbler der Energieklasse A. Diese hocheffizienten Geräte brauchen 40 bis 50 Prozent weniger Strom wie herkömmliche Tumbler der Energieklasse B oder C. Einfach zu finden unter www.topten.ch.

Autor: Armin Braunwalder, Schweizerische Agentur für Energieeffizienz, www.energieeffizienz.ch, der Text ist erstmals erschienen im Hausclub Magazin

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