17. Feb 2011

Der Club der Autofreien vereint alle Autofreien in der Schweiz: gut gebildete vermögende Städterinnen und Städter, aber auch Menschen mit kleineren Brieftaschen.

Autofreie sind auf zahlbaren öV angewiesen

(CAS) Am nächsten Montag wird Auto Schweiz an ihrer Medienkonferenz darlegen, wie schwer die Erhöhung der Autobahnvignette den Autofahrenden zuzumuten ist. Die zu erwartenden Preiserhöhungen im öV sind dagegen weit massiver. Sie betreffen vor allem diejenigen, die nicht auf die Strasse ausweichen können – die Autofreien.


Die Verkehrsinfrastruktur wurde schweizweit – auf Strasse und Schiene – in den letzten Jahren in einem horrenden Ausmass ausgebaut. Der Bundesrat präsentiert nun die Rechnung und macht erste Vorschläge zur Finanzierung. Er will die Nutzenden zur Kasse beten – dies ohne vorher gefragt zu haben, ob diese den Verkehrsausbau überhaupt wollen.

Umlagerung gerechtfertigt
Grundsätzlich befürwortet der Club der Autofreien selbstverständlich einen konkurrenzfähigen öV, auch unterstützt er die VCS-Initiative zur teilweisen Umlagerung der Einnahmen aus der Treibstoffsteuer, damit die Funktionsfähigkeit des Gesamtsystems aufrecht erhalten werden kann. Und er weist darauf hin, dass das Argument „die Autofahrenden zahlen den öV-Ausbau“ zumindest teilweise entkräftet werden kann. Denn die externen Kosten betragen bei Haushalten mit Auto über CHF 1'000.-pro Jahr (nach sehr konservativen und offiziellen Schätzungen), während diese bei Haushalten ohne Auto rund CHF 450.- pro Jahr betragen. Es bleibt eine Differenz von gegen CHF 600.-, die nach wie vor nicht dem System Auto angelastet werden. Eine Umlagerung hin zum umweltfreundlicheren öV ist also auch aus finanziellen Überlegungen gerechtfertigt.

Mobilitätsbedürfnisse hinterfragen
Der Club der Autofreien schlägt aber vor, die gesellschaftlichen Mobilitätsbedürfnisse generell zu hinterfragen. Ähnlich wie im Gesundheitssystem könnte der Kostendruck dermassen hoch werden, dass auch im Verkehrsbereich grundlegende Fragen gestellt werden müssen. Wollen wir es uns leisten, unser Land weiter zu zersiedeln und damit den Zwang nach weiterer Erschliessung aufrechtzuerhalten? Bringt es einen gesellschaftlichen Mehrwert, wenn sich die Pendlerdistanzen erhöhen? Sollen wir mit immer mehr Lärm, schlechter Luft und zerstörten Landschaften leben?


Mobilität für alle Schichten

Der Club der Autofreien vereint alle Autofreien in der Schweiz: gut gebildete vermögende Städterinnen und Städter, aber auch Menschen mit kleineren Brieftaschen. Er gibt zu Bedenken, dass die Mobilität letzterer grundsätzlich verunmöglicht wird, sollten die öV-Preise massiv angehoben werden. Und er stellt die Frage, ob dies in Kauf genommen werden soll, nur damit die Besserverdienenden rund um die Uhr mobil sein können – auf der Strasse und auf der Schiene.

Kostenfolgen transparent dargelegt
Der Club der Autofreien begrüsst eine grundlegende Diskussion über die Weiterentwicklung der Verkehrsinfrastrukturen. Er regt an, dazu die Bevölkerung zu befragen und das Thema vertiefter zu erforschen. Bei der Befragung sollen die Kostenfolgen transparent dargelegt und die Zahlungsbereitschaft der Steuerzahlenden und Nutzenden der Infrastrukturen genau abgeklärt werden.

Text: Club der Autofreien

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